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Karl Lauterbach ist im Krieg

Karl Lauterbach, wie ihn jeder kennt: Mit zerrauftem Haar in diversen Talkshows, immer in Sorge vor dem Corona-Virus und um die Menschen in Deutschland. Ein Politiker, dem man das soziale Engagement abnimmt. So sollte man denken. Bis letzten Samstag.

Korrespondenz aus Magdeburg

Der Schriftsteller Richard David Precht hatte den Vorschlag gemacht, einzelne Nato-Staaten sollten Russland garantieren, dass die Ukraine nicht in die Nato aufgenommen werde. Damit solle der Boden für Verhandlungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschaffen werden. Darauf konterte Karl Lauterbach mit dem Tweet: „Mal ehrlich: Was sollen denn jetzt Kniefälle vor Putin bringen?“... „Wir sind im Krieg mit Putin und nicht seine Psychotherapeuten. Es muss weiter konsequent der Sieg in Form der Befreiung der Ukraine verfolgt werden."

 

Das war deutlich. Zu deutlich. Wie die Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, die Bundeswehr sollte mit militärischen Mitteln den Schutz von freien Handelswegen betreiben. Wenige Tage später wurde er zurückgetreten. Denn offiziell war die Bundeswehr ja nicht wegen Profit- und Machtinteressen in Afghanistan, sondern zum Brunnen bauen.

 

So kam es, wie es kommen musste: Kriegsministerin Christine Lambrecht (SPD) korrigierte umgehend ihren Kollegen Lauterbach: "Deutschland ist keine Kriegspartei!". War alles nur ein Missverständnis, nur falsch ausgedrückt. Wer kennt sich schon mit Medien und mit Formulierungen aus, der gute Karl bestimmt nicht. Macht euch keine Sorgen ...

Bertolt Brecht hat gesagt: Wenn die Herrschenden vom Frieden sprechen, weiß das Volk, das es Krieg geben wird. Dieses Mal müssen wir vorher wach werden - bevor die Raketen fliegen! Krieg dem Krieg!

 


Quelle: FAZ 2.10.2022