Open-Air-Diskussion der MLPD Thüringen in Erfurt

Open-Air-Diskussion der MLPD Thüringen in Erfurt

Tausende habens gesehen, Hundert haben mitgemacht

Die bundesweite Feier zum Tag der Deutschen Einheit hat am Wochenende und heute in Erfurt stattgefunden. Zehntausende haben die Thüringer Hauptstadt besucht. Die MLPD hat mitten im Getümmel eine Open-Air-Diskussion auf dem Fischmarkt, einem touristischen Zentrum, durchgeführt. Tassilo Timm, Landesvorsitzender der MLPD in Thüringen hat einen dialektischen und allseitigen Einblick in die Position der MLPD gegeben und es entwickelte sich eine lebendige Diskussion am offenen Mikrofon. Tassilo Timm beantwortete die Fragen an die MLPD kompetent und überzeugend.

Korrespondenz aus Erfurt
Tausende habens gesehen, Hundert haben mitgemacht
Tassilo Timm bei seinem Vortrag (rf-foto)

Die MLPD feiert die deutsche Einheit, aber wirft auch einen kritischen Blick darauf und auf die antikommunistische Verunglimpfung der DDR, den "Unrechtsstaat", wie es im Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung von 2014 heißt.¹ Die MLPD lehnt es ab, die DDR pauschal zu verurteilen. Wir kritisieren die Stasi-Diktatur unter Honecker. Wir lehnen es jedoch entschieden ab, sie mit der faschistischen Hitler-Diktatur auf eine Stufe zu stellen. Es muss unterschieden werden, zwischen den hoffnungsvollen sozialistischen Anfängen und der Zeit der Restauration des Kapitalismus nach 1956.

 

Tassilo Timm führte aus: "Die Massendemonstrationen 1989 führten zu einer friedlichen Wiedervereinigung, aber es war keine Revolution, wie man heute von den bürgerlichen Politikern hört. Es wurden keine grundlegenden Veränderungen umgesetzt. Die DDR war bereits zu einem bürokratisch-kapitalistischen System und der Sozialismus verraten worden. Die Wiedervereinigung 1989 war Ausdruck des Wunsches der Arbeiterklasse und des Volkes nach Einheit und das ist ausdrücklich zu unterstützen!"

 

Tausende Menschen haben die Aktion mitbekommen und über die gesamte Zeit hinaus haben einige Hundert aktiv zugehört. Kernfragen in der Diskussion drehten sich um die Beurteilung der AfD, die Montagsdemobewegung, Beurteilung des Krieges in der Ukraine. Viele Orte Thüringens berichteten von ihren Erfahrungen im Kampf gegen Weltkriegsgefahr und Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten. Gewerkschafter brachten die Lage der Arbeiter ein, dass es immer noch keine gleichen Löhne in Ost und West gibt und bundesweit für einen sofortigen Lohnnachschlag gekämpft werden muss. Die Position der MLPD, sich weder auf die Seite des russischen, noch auf die Seite des USA / NATO- oder deutschen Imperialismus zu stellen, kam gut an. Es gab Beifall, als gesagt wurde, dass man nicht mit Nazis auf die Straße gehen darf. Das ist durchaus sehr polarisiert. Eine kleine Gruppe junger Männer zeigte am Rande der Veranstaltung einen Hitlergruß. Sie wurden von der Veranstaltung ausgeschlossen; es wurde sich klar abgegrenzt und eine Anzeige erhielten sie selbstverständlich auch. Faschisten werden bei der MLPD keine Sekunde geduldet!

 

Kämpferische Lieder, Infostände von REBELL und MLPD und Verpflegung sorgten für eine optimistische und kämpferische Stimmung. Die Stände waren gut besucht. Es trugen sich neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Widerstandsgruppen ein. Die Antikriegssticker vom REBELL wurden eifrig gegen Spende gekauft. Die Veranstaltung sendete solidarische Grüße an die kämpfenden Frauen und Männer im Iran.