Argument

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Wird der Strompreis sinken, wenn die AKWs weiterlaufen?

Wie wird eigentlich der Strompreis bestimmt? In Deutschland ist für den Strommarkt der Preis an der Leipziger Strombörse "European Energy Exchange", kurz EEX, entscheidend.

Von hkg / gb

Jeder Stromanbieter kauft dort den zusätzlichen Strom ein, den er über die eigene Produktion hinaus seinen Kunden anbieten muss. Der Preis hierfür wird nach einem europaweit einheitlichen System festgelegt: „Die einheitliche Regelung namens Merit-Order-Prinzip besagt, dass das teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird, um den Bedarf zu decken, den Strompreis bestimmt. Diesen Preis können also auch alle anderen, günstigeren Anbieter vereinnahmen.“¹

 

Der zusätzliche Betrieb der Atomkraftwerke verringert den Strompreis überhaupt nicht. Im Gegenteil. Die Kosten der Reservehaltung der AKWs, wie sie von Minister Robert Habeck angedacht ist, sind enorm hoch: Mindestens 250.000 Euro pro Tag sind notwendig, um die Kühlung im Reservebetrieb aufrecht zu erhalten. Dazu kommen die Kosten für das Personal.² Die Wirtschaftsweisen des ifo-Instituts plädieren für einen Weiterbetrieb der AKWs bis 2030. Dadurch könnten diese etwa 4 Prozent des notwendigen Stroms produzieren und so die Kosten für Strom um 4 Prozent senken.³ Nach dem „Merit-Order-Prinzip“ ist das jedoch eine bewusste Täuschung. Anstatt die AKWs weiterzubetreiben, ist der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien auf 100 Prozent nicht nur umweltpolitisch dringend erforderlich, sondern auch die billigste Form der Stromerzeugung. Hier muss breit aufgeklärt und der aktive Widerstand zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft muss entwickelt werden – als Bestandteil des Aufbaus der neuen Friedensbewegung! Denn die AKWs sind Voraussetzung für die Atomwaffen! Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen, Stilllegung der AKWs weltweit!