Streik der französischen Raffineriearbeiter
Jeden Tag zwei Abstimmungen über Fortsetzung des Streiks
Gestern war bereits der siebzehnte Streiktag. In Gonfreville-l’Orcher in der Normandie versammeln sich 50 Kollegen der Gewerkschaft CGT zur abendlichen Beratung und Abstimmung über den Fortgang des Streiks. Die Spätschicht führt nur Wartungs- und Sicherheitsarbeiten durch.
Bei den beiden Abstimmungen in der Früh und am Mittag hat sich eine deutliche Mehrheit dafür ausgesprochen, die Produktion weiterhin ruhen zu lassen. Auch am Abend votiert die überwältigende Mehrheit der Kollegen für die Fortsetzung des Streiks in der normannischen Großraffinerie. In der Produktion haben CGT-Mitglieder die Mehrheit. Inklusive Verwaltung und Petrochemie zählt der Standort von Totalenergies rund 1500 Beschäftigte zuzüglich mehrerer Tausend Fremdarbeiter. Knapp 20 Prozent des französischen Diesels wird allein hier hergestellt.
CGT-Delegierter David Guillemard in seiner abendlichen Ansprache: "Wir blockieren nicht das Land, sondern wir machen von unserem in der Verfassung niedergeschriebenen Streikrecht Gebrauch“. Wenn einer blockiere, dann die Geschäftsführung. 10 Prozent Lohnplus statt der angebotenen 6 Prozent brauche es. Totalenergies habe dank der spudelnden Öl- und Gasgewinne im ersten Halbjahr mehr als 10 Milliarden Euro Nettogewinn erzielt. Außer dem Raffinerie-Arbeiter-Streik gab es einzelne Streiks beim Autoproduzenten Stellantis, dann in mehreren Kernkraftwerken und jetzt haben die Gewerkschaften den kommenden Dienstag zum nationalen Streiktag erklärt, an dem sie unter anderem Busse, Bahnen und Metros bestreiken werden. Vorher schon werden am Montag die LKW-Fahrer und weitere Beschäftigte sich in den Streik einreihen
In der Nacht auf Freitag erklärte die CGT weitere Lohnverhandlungen mit der Geschäftsführung für gescheitert. Während die Gewerkschaften CFDT und CFE-CGC einem Gehaltsplus von 7 Prozent zustimmen und die Einigung nun ihren Mitgliedern vorlegen, verlässt die CGT den Verhandlungstisch und spricht von einer „Maskerade“ mit „bei weitem“ nicht ausreichenden Vorschlägen. Die Regierung und die Behörden drohen mit weiteren Zwangsverpflichtungen.
In Deutschland organisiert die MLPD die Arbeitersolidarität mit den Streiks in Frankreich.
Schickt Solidaritätsadressen an die Gewerkschaft CGT (https://www.cgt.fr/contacter-la-cgt) und zur Kenntnis an Rote Fahne News.