Splitter von der Frankfurter Buchmesse
Interessierteres Publikum durch Öffnung für die Allgemeinheit
Erstmalig öffnete die Frankfurter Buchmesse statt nur am Wochenende schon Freitag ganztägig die Tore fürs allgemeine Publikum. Sicherlich ein Zugeständnis angesichts des Umsatzeinbruchs der Branche.
Das haben wir am Stand auch gleich an einem interessierteren Publikum und vielfältigeren Gesprächen gemerkt. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht das Bedürfnis, über den Charakter des Ukrainekrieges und wie es dazu kam, zu sprechen, auch über die Herausbildung neuimperialistischer Länder. Mehrere iranisch-stämmige Menschen begrüßten die Qualifizierung des Iran als neuimperialistisches Land und stimmten uns zu. „Das 'Beste', was die iranische Regierung gemacht hat, war, mit Russland in den Krieg zu ziehen. So klären sich die Fronten schneller. Junge Schülerinnen und Studentinnen sind zur Zeit am revolutionärsten, aber es braucht auch Streiks und einen Aufstand“, meinte ein iranischer Besucher aus Hamburg. Er freute sich darauf, in Berlin an der wohl größten Demonstration der iranischen Gemeinschaft in Europa teilzunehmen.
Am Donnerstag wurde der ukrainische Präsident Selenskyj per Video in einen Saal der Buchmesse live zugeschaltet. Etwas, was es auf der Messe noch nie gegeben hat. In einem vierminütigen Statement – wie immer im olivgrünen Militär-T-Shirt – bedauerte Selenskyj, dass es im Westen immer noch zu viele Menschen gebe, denen es bei diesem "Konflikt" darum gehe, Russland "zu verstehen". Es mangele an Wissen. „Wissen ist die Antwort“, lautet sein Credo. "Wissen" im Sinne von Selenskyj, das bedeutet, dass man seine imperialistische Position übernimmt, sich für den Sieg der Ukraine und die Vernichtung von Russland positioniert. Es ist ungeheuerlich, dass ein imperialistischer Kriegstreiber zu den Messebesuchern spricht!
Wissen ist keinesfalls ideologiefrei. Die herrschenden Gedanken sind die Gedanken der Herrschenden. Umso wichtiger, dass wir mit unserer Literatur überall die Bewusstseinsbildung im Interesse der Arbeiter- und Volksbewegung forcieren.
Eine häufige Erscheinung in den Gesprächen ist eine Haltung, dass "alles so schwierig" ist. Davon darf man sich aber nicht den Schneid abkaufen lassen. Die bürgerliche Ideologie ist in der Krise und versucht alles, die Menschen vom Kampf um eine echte Perspektive abzuhalten. Darüber sprechen wir offensiv. Das brachte ein Besucher so auf den Punkt: „Bei vielen Verlagen gibt es nur schöngeistige Literatur. Sie wollen nicht im Schlamm greifen.“ Er freute sich sehr, uns getroffen zu haben.
Besucht uns in Halle 3.1 Stand B.53
Wir freuen uns auf euch!
Das Team vom Verlag NEUER WEG