20. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas
Zum Kommentar von Martin Benninghoff "Mao II." in der Frankfurter Rundschau
Gestern begann der 20. Parteitag der KP Chinas. Am 14. Oktober brachte die "Frankfurter Rundschau" einen Kommentar von Martin Benninghoff unter der Überschrift "Mao II."
In einem Leserbrief an die FR schreibt Monika Gärtner-Engel:
Das Pech seiner späten Geburt (im Jahr 1979) und seine journalistischen Wurzeln in der großbürgerlichen FAZ mögen entschuldigend für Martin Benninghoff in Rechnung gestellt werden. So hat er die Zeit verpasst, in der realistisch über die weitreichenden Veränderungen im China Mao Zedongs berichtet wurde - übrigens auch von bürgerlicher Presse und Wissenschaft: Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Gleichberechtigung von Frauen, wirtschaftlicher Aufschwung ...
Unentschuldbar ist jedoch Benninghoffs brave Gefolgschaft für Xi Jinpings Narrativ, er wandle in den Fußstapfen von Mao und nähere sich dessen ideologischen Grundlagen. Xi ist kapitalistischer Wirtschaftspolitiker und verehrt Deng Xiaoping. Mao kritisierte als erster die kapitalistische Restauration in der Sowjetunion und Dengs kapitalistischen Weg. Xi ist imperialistischer Machtpolitiker und China beutet über das Projekt der Neuen Seidenstraße Länder in aller Welt aus. Das China Mao Zedongs hat, obwohl selbst arm, selbstlose Entwicklungshilfe geleistet wie z.B. mit dem Bau der Tansambahn in Tansania. Xi schwafelt wie jeder bürgerliche Politiker von Harmonie und Stabilität in der Gesellschaft und knüpft an den Ultrareaktionär Konfuzius an. Mao initiierte Massenschulungen über die dialektische Methode, damit die Leute sich selbst orientieren und wachsam sein können gegenüber bürokratisch-kapitalistischen Exzessen und die ihnen zugrunde liegende reaktionäre Weltanschauung.
Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus
Stefan Engel
220 Seiten | ab 12,99 €
Martin Benninghoff sei das erhellende Buch von Stefan Engel "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" mit einem eigenen Abschnitt über die Philosophie Xi Jinpings empfohlen.