Wirtschaft
Was ist eigentlich eine Rezession?
„Uns droht eine Rezession, die weit ins Jahr 2023 hinein reicht.“ So hört und liest man in letzter Zeit in den Nachrichten und Printmedien der bürgerlichen Massenmedien. Aber, was ist das eigentlich? Nach der Definition der bürgerlichen Ökonomen spricht man von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt eines Landes zwei Quartale in Folge negativ ist. Das wird in den nächsten Quartalen passieren.
Doch bei dieser Definition wird vernachlässigt, dass die Wirtschaft sich international und vor allem auch in Deutschland seit 2019 in einer Krise befindet. Das Produktionspotential von 2018 wurde seit diesem Jahr nicht mehr erreicht und liegt auch momentan circa 10 Prozent niedriger als 2018. Das Wort Krise soll möglichst vermieden werden. Der Kapitalismus kennt nur Rezessionen.
Nach der bürgerlichen Ökonomie folgt auf eine Rezession ein Aufschwung. Aber auf den warten wir doch schon seit 2019.
Doch die Sorgen sind durchaus berechtigt. Durch die hohe Inflation von zur Zeit 10 Prozent bricht der Konsum ein. Die Lieferketten sind durch die Corona-Pandemie unterbrochen und auch durch die akute Gefahr eines Dritten Weltkriegs gerät die internationalisierte Produktion ins Stocken. Einige Absatzmärkte (Russland) fallen vollkommen weg. Kleine Unternehmen und Geschäfte können die Energiepreise nicht mehr bezahlen und auch ihre gestiegenen Produktionskosten nicht an die Verbraucher weitergeben. Denn, wie teuer darf ein Brötchen sein, bevor man darauf verzichtet? Die Insolvenzen werden zunehmen. An den Innenstädten kann man den Zerfall sehen.
Natürlich wird das Bruttoinlandsprodukt und auch die Industrieproduktion fallen: Das heißt, die seit 2019 bestehende Krise wird sich dramatisch verschärfen.
Doch die Großbetriebe und Monopole geraten dadurch nicht in finanzielle Probleme. Das zeigte sich schon 2021 und 2022. VW und andere Automobilkonzerne mussten die Produktion drosseln, haben aber ihre Gewinne gesteigert. Auch die Ölkonzerne haben ordentlich Gewinne eingefahren. Sie bereichern sich auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Und Gewinnerhöhung können sie nur durch gesteigerte Ausbeutung erreichen. Entlassungen sind in allen diesen Betrieben angekündigt.
Die Last der Krise tragen die arbeitende Bevölkerung, die Kleinunternehmen, die Bauern.
Wirtschaftskrisen sind ein Merkmal des Kapitalismus und treten gesetzmäßig auf. Rezession ist eine Begrifflichkeit bürgerlicher Ökonomen, um die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus zu verschleiern. Die Krisen des Kapitalismus kann man durch den echten Sozialismus abschaffen.
Zur Zeit macht sich unter den bürgerlichen Ökonomen aber eine Ratlosigkeit breit, denn in einer Rezession muss man Zinssätze senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das Gegenteil passiert, um die Inflation zu dämpfen. Die Fakten passen nicht zusammen, denn in einer Rezession sinken die Preise. Alles passt nicht und jede Handlung der Finanzwelt verschärft die Krise oder erzeugt eine neue. Aber das ist nicht das Problem der Arbeiterinnen und Arbeiter. Wir müssen verhindern, dass wir die Auswirkungen der Krise tragen. Die Lohnverhandlungen sind wichtig. Wichtig ist aber auch ein selbstständig erkämpfter Lohnnachschlag.