Gespräch im Betrieb

Gespräch im Betrieb

„Mir ist doch egal, mit wem ich laufe!“?

Eine Diskussion mit zwei Kollegen bei mir im Betrieb: Beide Kollegen sind dafür, dass wir uns gegen Flexibilisierungspläne der Geschäftsleitung wehren. Beide sagen angesichts der Teuerung, dass es so mit unseren niedrigen Löhnen nicht weitergehen kann. Beide sind gegen die Kriegstreiberei der NATO.

Korrespondenz aus Jena

Doch der eine Kollege geht zum rechten „Querfront“-Spaziergang in Weimar, der andere überlegt, ob er auch auf die Straße geht: „… Mir ist doch egal ob rechts oder links, ich würde gehen, weil ich gegen die ganze Teuerung bin, weil das kaum noch einer bezahlen kann.“ Ich dazu: „Bei den sogenannten Spaziergängen tust du deinem Anliegen aber einen Bärendienst. Dort ziehen im Hintergrund faschistoide Kräfte und Faschisten die Fäden. Das gesamte faschistische Spektrum von NSU-Umfeld über NPD bis Björn Höcke war am 3.Oktober in Gera.“ Darauf der andere Kollege: „In Gera mag das so sein, bei uns in Weimar sind das ganz normale Leute.“ Es stimmt, dass die Mehrheit keine Faschisten sind. Das Problem dabei: Wenn es einem egal ist, mit wem man marschiert, dann schaut man auch nicht so genau hin!

 

Nicht nur, dass der Spaziergang in Weimar auch über die faschistische Telegram-Gruppe „Freies Thüringen“ beworben wird, dort wurde auch eine Fahne der faschistischen Hardcore-Partei „III. Weg“ gesichtet. „Die Organisatoren greifen berechtigte Anliegen nur zum Schein auf. Eine Demo-Parole in Weimar ist „Souveränität“ - eine typische Parole der Reichsbürger“ - kritisiere ich. Die Reichsbürgerlosung suggeriert zum einen, dass Deutschland von den USA abhängig wäre. Deutschland ist kein abhängiges Land, sondern eins der stärksten imperialistischen Kernländer der Welt. Dass der deutsche Imperialismus sich an der NATO-Kriegstreiberei aktiv beteiligt ist nicht auf Abhängigkeiten, sondern auf eigene machtpolitische Ambitionen der deutschen Monopole zurückzuführen.

 

„Wir müssen gegen die Abwälzung der Krisen- und Kriegslasten auf die Straße – unbedingt! Aber dabei ist nicht egal, wie es im eigenen Kopf aussieht. Nur mit klarem Kopf ziehen wir auch die richtigen Schlussfolgerungen. In Thüringen gibt es antifaschistische Montagsdemonstrationen in Erfurt, Eisenach und Sonneberg. Es gab und gibt in verschiedenen Städten die Demonstrationen '#nicht mit uns – wir frieren nicht für Eure Profite!“, zu der die DGB-Gewerkschaften mit einer klaren Abgrenzung gegen rechts aufrufen.“