Aachen

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Solidarität mit den Massen im Iran durch „Bella Ciao“ ausgedrückt

Vielleicht ist folgendes Erlebnis interessant für Leserinnen und Leser, die den Kampf der iranischen Völker gegen das Mullah-Regime unterstützen:

Von Karl Nümmes, Liedermacher
Solidarität mit den Massen im Iran durch „Bella Ciao“ ausgedrückt
Solidaritäts-Aktion vor kurzem in Münster (rf-foto)

Zu einem Klassentreffen war ich zu Besuch in meiner Heimat, in Aachen. Eine große, lautstarke Kundgebung erfüllte den Rathausplatz: "Azadi! Azadi! Freiheit für den Iran!“ ertönten rhythmische Sprechchöre. Von einem gerufen und von der Menge wiederholt.

 

Plötzlich wurde ein riesengroßer Kreis gebildet, in den sich auch deutsche Passanten eingliederten. Der Kreis kam - sich begrüßend - mit lauten Schritten wieder zusammen - sehr beeindruckend. Leider keine deutschen Redner.

 

Mein Angebot wurde angenommen, Solidarität am Mikro mit "Bella Ciao" auszudrücken. „Ich bin in meiner Jugendzeit 1968/ 1969 hier in Aachen auf die Straße gegangen, um gegen das faschistische Schah-Regime zu demonstrieren!“ Großer Applaus. „Und heute unterstütze ich euch hier in eurem Kampf gegen das faschistische Mullah-Regime!“ Wieder wurde ich von Applaus unterbrochen. Es folgte das italienische Partisanenlied „Bella Ciao“, das in der heutigen Bewegung im Iran eine große Rolle spielt - a capella, da ich meine Gitarre zu Hause gelassen hatte. Mehrere iranische Frauen bedankten sich für den Beitrag, doch nicht alle. Zwei Männer, die eher wie martialische Geheimdienstler aussahen, fauchten mich an: „Das mit dem Schah hätten Sie sich sparen können!“ … oder: „Der Schah war doch westlich orientiert!“ Wir erinnern uns: In der erfolgreichen Revolution wurde der eine Faschist gegen einen anderen ausgetauscht. Soll dieser Fehler nun wieder umgedreht gemacht werden? Weltweit steht die Frage: „Sag mir, wo du stehst und mit wem du gehst!“