"Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus"

"Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus"

Die Kollegen beschäftigt viel mehr als die 8 Prozent

Wir stehen in der Tarifrunde. Klar drehen sich darum täglich die Diskussionen. Aber, bei einer kritischen Diskussion mit Genossen wurde klar: Ich hatte regelrecht verdrängt, immer auf die Vertiefung der entfalteten Diskussion hinzuarbeiten. Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und der Opportunismus“ hat ein Kapitel „Die fortschreitende Krise des Reformismus“. Das habe ich nochmal gelesen, mir konkrete Argumente für verschiedene Kollegen überlegt und einen neuen Stapel verschiedener Bücher besorgt.

Von Korrespondenten aus einem Metallbetrieb
Die Kollegen beschäftigt viel mehr als die 8 Prozent
Durchblick bekommen - mit den Büchern der MLPD (rf-foto)

Neudeutsch würde man sagen, das war ein „Gamechanger“. Beim Warnstreik habe ich zwei der Bücher verkauft, am nächsten Tag noch eine Broschüre „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ und das relativ frisch auf Türkisch erschienene Buch „Gewerkschaften und Klassenkampf“. Auch viele andere Diskussionen bekamen mehr Tiefgang. Statt nur über 8 Prozent, haben wir darüber diskutiert, was Reformismus ist. Weiter kamen wir darüber in die Diskussion, ob der Klassengegensatz von Arbeitern und Kapitalisten friedlich in Spannung gehalten werden kann und was wenn nicht, dann die Alternative ist? Natürlich wird man sich nicht einfach einig, nur weil man das Buch vorstellt. Aber es wird viel klarer, worin man sich schon einig ist und worin nicht.

 

Manche Diskussionen landeten beim Sozialismus und wie man verhindert, dass er zerstört wird. Andere drehten sich im Kreis. Ein Kollege wollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass ein besserer Stellvertreter ihm die Probleme abnimmt. Besonders gefreut habe ich mich über die Diskussion mit einem weiteren Kollegen. Er fragt fast täglich zur Begrüßung: „Und? Hast du deine 8 Prozent bekommen?“ Gewerkschaftliches Engagement macht er gerne lächerlich, weil es alles ja eh nichts bringen würde. Wie bricht man das auf? Seit Jahrzehnten hat er erlebt, wie übertarifliche Bestandteile kampflos abgegeben wurden, wie die Belegschaft schrumpft. Er ist zu Recht sauer. Es ist aber nicht richtig verarbeitet. Ich habe ihm vorgelesen, dass der Reformismus „inzwischen die Aufgabe [hat], den Massen die kampflose Hinnahme von Verschlechterungen ihrer Lohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen als alternativlos zu verkaufen.“ Seine Wut muss sich gegen den Reformismus richtig. Es gibt in der Gewerkschaft eine wachsende Kritikbewegung an diesem Co-Management. Das soll er doch unterstützen, anstatt auf die ganze Gewerkschaft zu schimpfen.

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus

268 Seiten, 17,50 €

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Er kam richtig ins Nachdenken: „Wenn wir wirklich mal durchkämpfen, was wir fordern, dann bin ich bei jeder Aktion dabei.“ Dazu habe ich dann noch gesagt, dass ihm das keiner vorher versprechen kann. „Kommt ja drauf an, ob du und viele andere das mit voranbringen.“

 

Mein Fazit: Gerade im Betrieb wächst das Interesse an grundsätzlicher Diskussion. Wir haben die Verantwortung, dem nachzukommen und unsere einmalige Literatur zu vertreiben. Dafür muss man selbst mit ökonomistischen Einflüssen fertigwerden. Man muss sich immer konkret überlegen, mit welchem Thema man welchen Kollegen anspricht. Und man muss immer eine gute Auswahl an Büchern und Broschüren dabei haben.