Griechenland

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Heute 24-Stunden-Generalstreik im ganzen Land

Am heutigen Mittwoch streiken in Griechenland landesweit Arbeiter und Angestellte in fast allen Bereichen von Produktion, Vertrieb und öffentlichem Leben. Zahlreiche Gewerkschaften rufen auf, darunter die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (ADEDY), die Gewerkschaft def Angestellten und die PAME.

Von gis
Heute 24-Stunden-Generalstreik im ganzen Land
Die Larko-Kollegen mit ihrem Transparent in Athen (rf-foto)

Seit Wochen gibt es eine große Mobilisierung für den heutigen Generalstreik. Besonders bedeutsam ist, dass die kämpferischen und kampferfahrenen Belegschaften von Larko und Cosco sich an dem Streik beteiligen.

 

Zentrales Anliegen des Generalstreiks ist der Protest gegen die massive Teuerung in allen Lebensbereichen. Die Menschen können ihre Mieten nicht mehr bezahlen, vielen wird der Strom abgestellt, es gibt eine rasante Zunahme der Armut. In Athen beteiligen sich auch die Studentinnen und Studenten der Universitäten, die keine Wohnungen finden und die sich gegen Streichungen in der Bildungspolitik wenden. Arbeiterforderungen sind auch nach ausreichend Personal im Gesundheitswesen und für Arbeitsschutzmaßnahmen bei den gefährlichen Arbeiten auf den Hafenpiers und vielen Baustellen. Gegen „Dschungel-Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt“ wird gekämpft und für die Erhöhung des Mindestlohns.

 

Landesweit finden in den größeren Städten und Gemeinden, auch auf den Inseln, Demonstrationen statt, die Hauptkundgebung im Stadtzentrum von Athen. Ein Vertreter der MLPD wird den Streikenden die solidarischen Grüße der MLPD und der deutschen Arbeiterklasse überbringen. Rote Fahne News wird berichten. Auf der Insel Naxos werden sich Renterinnen und Rentner auf dem Platz vor dem alten Rathaus treffen und gegen die Teuerung protestieren. Auch kleine Gewerbetreibende, Geschäftsinhaber und Besitzer kleinerer Unternehmen beteiligen sich am Generalstreik. Gewerkschafter aus den nordgriechischen Städten Grevena, Kastoria, Kozani und Florina sagen, dass bereits 17 Prozent der Bevölkerung des Landes von extremer Armut bedroht sind; etwa 70 Prozent der Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen und Rentner hätten bereits den Kauf von Lebensmitteln eingeschränkt. In Athen streiken alle Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehrs, auch die Taxisfahrer. Völlig unterbrochen wird der Fährverkehr: Alle Schiffe werden ganztägig in den Häfen vor Anker bleiben. An dem Streik beteiligen sich die Seeleute und die Hafenarbeiter von Piräus.

 

10.30 Uhr: Aus allen Teilen von Attika und Mittelgriechenland kommt ein Bus nach dem andern mit Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen in Athen an. Die Larko-Arbeiter formieren sich zu einem lautstarken kämpferischen Demozug hin zum ersten Kundgebungsort am Finanzministerium. Dort positionieren sie sich mit ihrem Transparent so an der Demoroute, dass jeder Demonstrant sie sehen muss. Eine gute Stunde lang zieht eine machtvolle kämpferische Demonstration von Arbeitern, Angestellten, Studenten, Beschäftigten der Verkehrsbetriebe und viele viele andere vorbei Richtung Syntagma, wo eine der zentralen Streikkundgebungen stattfindet. Es sind Zehntausende. Bei Redaktionsschluss war die Kundgebung noch im Gange, Rote Fahne News wird weiter berichten.