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Köln: Zweierlei Iran-Demonstrationen

Am 5. November fanden in Köln zwei völlig verschiedene Iran-Demos statt.

Korrespondenz aus Köln

Einmal ein „March for Freedom“, zu dem der deutsch-ukrainische Verein Blau-Gelbes Kreuz - zusammen mit einer Initiative von Iranern und Iranerinnen - aufgerufen hatte. Diese Demonstration benützte die Lieferung von Drohnen des Iran, die von Russland im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden, für eine sozialchauvinistische Demonstration im imperialistischen Interesse. Das wurde mit dem Slogan von den „westlichen Werten“ bemäntelt, um die es vorgeblich sowohl im Iran als auch in der Ukraine gehe. Kein Wunder, dass sich von der Oberbürgermeisterin bis hin zu Liminski, Rechtsaußen der CDU in Nordrhein-Westfalen, ein breites Spektrum „solidarisch“ zu Wort meldete.

 

Um 16 Uhr versammelten sich linke iranische Gruppierungen am Breslauer Platz. Ca. 250 Menschen waren gekommen. Es wurden Redebeiträge von Menschen, die aktuell im Iran Angehörige verloren haben, und für Menschen, die bei den Protesten inhaftiert wurden, gehalten. Auch in Gedichtvorträgen wurde eine Botschaft transportiert: Die Menschen im Iran gehen nach vorne! Sie wollen eine Gesellschaft, die frei von der faschistischen Mullah-Diktatur ist und sie wollen einen Iran, der frei von imperialistischer Einmischung ist. Eine Vertreterin der MLPD hielt eine - mit großem Applaus aufgenommene - Rede. Sie griff die Politik der deutschen Regierung an. So darf Siemens Kameras in den Iran liefern, mit denen die Straßenüberwachung organisiert wird. Auf dieser Grundlage wurden zahlreiche Demonstranten identifiziert und zu Hause festgenommen! Sie hob das gemeinsame Interesse der Arbeiter weltweit hervor: Es sind gerade die Arbeiterkämpfe, die den Kämpfen im Iran besondere Nachhaltigkeit geben. Auch in Europa gehen sie zum aktiven Widerstand gegen faschistische Entwicklungen, Kriegspolitik und Ausbeutung über. Hoch die internationale Solidarität!