Leipzig
Kollegen der Leipziger Verkehrsbetriebe diskutieren Streik
Zwei außerordentliche Betriebsversammlungen fanden am 9. November auf dem LVB¹-Gelände in Leipzig-Lindenau statt. Stolz sind die Kollegen, dass dazu einige Linien der Straßenbahn sowie Busse stillgelegt wurden. Es hätten alle sein sollen, meinten einige.
Sie sind sauer, weil die Leipziger und die Plauener Verkehrsbetriebe die auf Initiative von Dresdner Verkehrsbetriebe mit ver.di beschlossene "Inflationszulage" von 200 Euro monatlich ab 1. Oktober mit Aufstockung im April 2023 auf 300 Euro nicht übernehmen wollen. Dieser Ausgleich soll erst ab 2024 gezahlt werden. Dass der Betrag angesichts der Teuerung viel zu niedrig ist, kritisierten einige. In der Diskussion war die Forderung nach 500 Euro.
Beifall gab es vor allem wenn der Reichtum und die unverschämten Gewinne der großen Konzerne angeprangert wurden. Dass ihre Forderung mehr als berechtigt ist und durchgesetzt werden muss, darin sind sich die Kollegen einig. Auch darin, dass Geld vorhanden ist, entgegen dem Gejammer der Chefs, dass es nichts zu verteilen gebe und die Lohntabelle doch nach oben gehe.
Wie jetzt die Forderungen durchsetzen? Dafür wurden von den Kollegen Unterschriften für eine Petition an die Stadt gesammelt. Andere meinten, dass gestreikt werden und alle Bahnen stillgelegt werden müssten. Viele denken, ver.di müsse den Streik führen. Wir wiesen darauf hin, dass der Kampf um Lohnnachschlag, wegen der langen Laufzeiten der Tarifverträge angesichts explodierender Preise, selbständig geführt werden muss. Das sozialpolitische Kampfprogramm der MLPD „Inflationsalarm“, das Argumente für den Kampf und die Forderung nach einem vollständigen und allseitigen gesetzlichen Streikrecht enthält, wurde gerne genommen.