Diskussion in einem Metallbetrieb

Diskussion in einem Metallbetrieb

Lohnnachschlag und Streikrecht

Angesichts der Preissteigerung und Inflation fordern viele Kollegen in einem Großbetrieb 3000 Euro netto als Inflationsausgleich für dieses Jahr.

Korrespondenz

Das ist mit der Diskussion um einen monatlichen Lohnnachschlag ab Anfang 2023 verbunden. Es kamen Vorschläge von 300 bis 500 Euro. „Das muss doch der Betriebsrat und die Gewerkschaft durchsetzen!“, meinte ein Kollege. Ich antwortete, dass der Betriebsrat das zwar fordern, aber nicht gegen den Willen des Vorstandes durchsetzen kann.

 

„Dann soll es die Gewerkschaft machen. Wir wollten schließlich in der letzten Tarifrunde streiken!“, meinte ein anderer. „Die sind an die 'Friedenspflicht' gebunden“, sagte der Vertrauensmann der Abteilung. „Deswegen geht es nur wenn wir selbständig darum kämpfen“, forderte ich die Kollegen heraus. Die meisten sind noch nicht bereit selbständig die Initiative für Lohnnachschlag zu ergreifen. Das wollen wir weiter vorbereiten.

 

In dem Zusammenhang kamen wir aber auf das Streikrecht und den IG-Metall- Gewerkschaftstag zu sprechen. Während in Frankreich, Griechenland und auch Italien Generalstreiks gegen die Preistreiberei und Inflation laufen, sollen wir die Friedenspflicht abwarten! Der Vorschlag für einen europaweiten Streik- und Kampftag Anfang Dezember wurde als richtiger Schritt begrüßt.

 

Als Ergebnis haben zwei Abteilungen einstimmig einen Antrag für ein allseitiges und vollständiges Streikrecht an den Gewerkschaftstag beschlossen, das im Gesetz verankert sein muss!