Böblingen/Sindelfingen

Böblingen/Sindelfingen

Trotz bürokratischer Schikane kämpferische Kundgebung durchgeführt

Die Umweltgewerkschaft hat im Bündnis mit dem örtlichen IAC (Internationale Automobilarbeiter-Koordination), MLPD, Courage, Montagsdemo gegen die Hartzgesetze, Attac und der Widerstandsgruppe gegen die Weltkriegsgefahr zu einer Kundgebung gestern aufgerufen anlässlich des Weltklimatages oder - besser - Umweltkampftages.

Korrespondenz
Trotz bürokratischer Schikane kämpferische Kundgebung durchgeführt
(rf-foto)

Immerhin ca. 25 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten für abwechslungsreiche Reden und Diskussionen mit Passanten.

 

Die Empörung über den Rollback der Regierung in der Umweltpolitik (Verlängerung Atomkraftnutzung und Kohleverfeuerung, Flüssiggas aus Fracking, die LNG-Terminals statt erneuerbarer Energie usw.) stand im Mittelpunkt – soll das etwa der Weg aus der „Klimahölle“ sein, die der UN-Generalsekretär Gueterres auf die Menschheit zukommen sieht? Nein, das Gegenteil, es ist genau das Weiterdrücken des Gaspedals, mit Vollgas auf dem highway to hell, von dem er gesprochen hat.

 

Mehrere Redner, auch von Attac, sprachen davon, dass „eine andere Welt nötig sei“. Wie diese aussehen soll und vor allem, wie dies erkämpft werden muss, frei zu werden von Ausbeutung und Unterdrückung, darüber wird sich die Auseinandersetzung vertiefen müssen. Der Kapitalismus, die Profitwirtschaft muss abgeschafft werden, um der Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur Einhalt gebieten zu können, das war die eindeutige Aussage der MLPD. Die Kundgebung sagte klar Nein zur Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten auf die breiten Massen. Sie forderte neben dem sofortigen Stopp des Weiterbetriebs der letzten drei AKWs die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit. Nein zur Unterordnung des Umweltschutzes unter den Kriegskurs!

 

Vor Beginn der Kundgebung gab es eine größere Auseinandersetzung mit der Polizei, da sie bürokratisch darauf bestand, alle Tische mit Infomaterial bis auf einen wieder abzubauen, da im Bescheid nur ein Tisch genehmigt war bei drei Pavillons (letztere waren genehmigt, daher war beim Beantragen davon ausgegangen worden, dass auch weitere Tische erlaubt sind vom Platzbedarf her). Aber nein – das grün regierte Böblingen erlaubte sich einen Tag nach Faschingsbeginn den „Witz“, Bücher und Infomaterial auf dem Boden des einen Pavillons niederlegen zu dürfen, aber nicht auf Tischen. Dass diese Schikane, diese Karikatur des Versammlungsrechts, nicht einfach so passierte, sondern gewollt war, zeigt eine Äußerung eines der beiden Polizisten, „was soll die MLPD-Spannflagge da, das sei politisch und das Thema sei doch Umwelt“. Wir ließen uns nicht provozieren und führten unsere Kundgebung wie geplant durch (halt ohne Tische).