Mülheim an der Ruhr

Mülheim an der Ruhr

Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen der IG Metall ein weiteres Mal

2000 Streikende mit roten Mützen, Pfeifen, Tröten und IG-Metall-Fahnen auf dem Rathausplatz in Mülheim, damit wurde die Erwartung der IG Metall Mülheim-Essen-Oberhausen von 1500 Teilnehmern ein weiteres Mal übertroffen. Etwa 30 Betriebe waren vertreten, vor allem Siemens Energy mit über 500 Kolleginnen und Kollegen.

Korrespondenz aus Oberhausen

Die IG-Metall-Jugend aus Gelsenkirchen und Mülheim organisierte einen Auftritt mit Trommeln und Rauch: „Die Jugend brennt für 8 Prozent“.

 

Bei MAN Oberhausen hatten 50 von 200 Kollegen geduldig auf einen dritten Bus nach Mülheim gewartet, der zusätzlich organisiert werden musste. Auch die Lehrwerkstatt war wieder mitgekommen und ein Teil der Kollegen erschien in roten „Kampftüten“ mit der Aufschrift Warnstreik. Die Mehrheit nahm das Flugblatt Tarif aktuell 2 „Urabstimmung und Vollstreik jetzt – Nieder mit dem Lohnsystem“. Sofort ging die Diskussion los, dass der Lohnanteil am Produkt etwa 13 Prozent ist, was Sozialismus, was Kommunismus ist, und welche Prinzipien dort herrschen. Ein Kollege stellte die Vermutung auf, dass Putin vielleicht früher mal Kommunist war und sich dann gewendet hätte. Jedoch wurde der Sozialismus schon 1956 in Russland und der DDR verraten, die Ausbeutung wieder eingeführt, Reichtum und Privilegien für die herrschende Klasse durchgesetzt und das als „kommunistisch“ bezeichnet. Das wird von den Herrschenden hier begierig aufgegriffen, um der Arbeiterbewegung die Perspektive Sozialismus zu verbauen. Wir von der MLPD boten aus unserer Literatur die Broschüre "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" und das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" an.

 

Die Forderung nach Urabstimmung und Vollstreik aus Verantwortung für die ganze Arbeiterklasse wurde in vielen Einzelgesprächen diskutiert. Es gab auch Kritik an der IG-Metall-Führung, dass sie  nicht den vollen Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft organisiert oder auch mal eine Brückenblockade und dass es keine ausgelassene Stimmung auf der Kundgebung gab.

 

Dann gab der Bevollmächtigte der IG Metall Mülheim-Essen-Oberhausen den weiteren Fahrplan bekannt. Am 18. November 2022 wird ein Pilot-Abschluss in Baden-Württemberg angestrebt, wenn ein „ordentliches Angebot“ gemacht wird. Wenn nicht, werden nächste Woche 24-Stunden-Streiks in ausgewählten Betrieben in NRW durchgeführt. Bei Siemens in Mülheim müssen die Kollegen in den nächsten zwei Tagen per Handy, also namentlich und möglicherweise ohne Diskussion in den Abteilungen, abstimmen, ob sie für einen 24-Stunden-Streik sind. Es sei danach auch Urabstimmung und Vollstreik in einzelnen Tarifbezirken möglich, um Weihnachten einen Abschluss zu haben.

 

Es ist wichtig, in der Kleinarbeit weiter die MLPD und ihre Weltanschauung bekanntzumachen. Es gab auch ausdrückliche Anerkennung für die MLPD, für ihren Einsatz beim  erfolgreichen selbständig geführten Opelstreik oder in Form von Spenden, z.B. für ihre Flüchtlingspolitik.