Rede von Alassa Mfouapon

Rede von Alassa Mfouapon

"Alles ist am 8. August in nur drei Minuten passiert"

Bei der Demonstration "Justice for Mouhamed - Gegen die tödliche Polizeigewalt in Dortmund und anderswo" am 19. November in Dortmund hielt Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität, eine Rede. "Rote Fahne News" dokumentiert sie.

"Alles ist am 8. August in nur drei Minuten passiert"
Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität (rf-foto)

Liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, liebe  Freundinnen und Freunde,

 

ich bin Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität. Ich begrüße, dass wir heute gemeinsam unseren Protest und und unsere Solidarität "Justice 4 Mouhamed" und gegen Polizeigewalt auf die Straße tragen.

 

Alles ist am 8. August in nur drei Minuten passiert, beteiligte Polizisten sagen inzwischen aus, dass von Mouhamed keine Gefahr ausging, dass er niemanden angriff. Der Bruder von Mouhamed, Sidy, mit dem ich inzwischen freundschaftlich verbunden bin, sagt: Mouhamed war ein lebenshungriger junger Mann. Er war der Freund von allen im Dorf, sehr fröhlich und hilfsbereit. Das unterstreicht, er war keinesfalls aggressiv. Alle dafür Verantwortlichen in der Polizei und Politik müssen dafür verurteilt werden! Dafür demonstrieren wir heute!

 

Der größte Wunsch der Familie von Mouhamed ist, dass Vater und Bruder bei dem Prozess gegen die Dortmunder Polizei anwesend sein und den Ort von Mouhameds Erschießung besuchen können. Wir möchten das mit vereinten Kräften Wirklichkeit werden lassen. Mehr noch, wir wünschen uns, dass auch die Mutter oder eine Schwester kommen können. Dafür sammeln wir seit Wochen Spenden, um die Flüge zu finanzieren. Und kämpfen darum, Pässe und Visa zu erstreiten.

 

Es ist nicht der erste Fall einer Tötung durch die Polizei in Dortmund. Die Durchsetzung der Dortmunder Polizei mit Gewalt ist schon  bekannt. Rassistische und faschistische Tendenzen nehmen weltweit zu. In Europa haben wir jetzt zahlreiche Regierungen mit Beteiligung von Faschisten. Die größten Mächte bereiten aktiv einen Dritten Weltkrieg vor. Dagegen müssen wir eine starke breite überparteiliche Bewegung gegen Faschismus und Krieg aufbauen.

 

Nur wer kämpft, kann gewinnen!

 

Der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität hat sich gegründet, nachdem 600 Polizisten unsere Flüchtlingserstaufnahmestelle in Ellwangen brutal überfallen haben. Wir haben uns damals selbst organisiert und gesagt: Viel wurde über uns geredet, jetzt reden wir! Wir sind Flüchtlinge, keine Kriminellen! Obwohl es am Anfang für viele unerreichbar schien, haben wir bezüglich Ellwangen für Gerechtigkeit gesorgt, wir haben vor Gericht gegen das Land Baden-Württemberg und die Polizei gewonnen.

 

Wenn wir dranbleiben, wenn wir auf unsere eigene Kraft vertrauen, uns mit allen fortschrittlichen Menschen und Bewegungen zusammenschließen, wenn wir die Spaltung überwinden und organisiert kämpfen, dann können wir siegen! Lasst uns gemeinsam für eine Welt kämpfen, in der Menschen nicht mehr fliehen müssen, nicht mehr Polizeigewalt und Willkür ausgesetzt sind und es keine Menschen erster, zweiter oder dritter Klasse mehr gibt.

 

Vielen Dank!