Kumpel für AUF Niederrhein

Kumpel für AUF Niederrhein

Veranstaltung über die Gefahren der Flutung stillgelegter Zeche weckt Interesse und Fragen

Am Donnerstag, dem 17. November, hat die Bergarbeiterinitiative Kumpel für AUF zu ihrer Monatsversammlung in Dinslaken geladen. Es stellte sich an dem Abend heraus, die Veranstaltung kam genau zum richtigen Zeitpunkt! Tage vorher tagte die Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung.

Pressemitteilung

Dort wurde eine Vorlage über die „Errichtung und Betrieb der Grubenwasserleitung für den zentralen Wasserhaltungsstandort Lohberg“ behandelt. Das berichteten Mitglieder der Grünenfraktion. Die Stadtspitze machte ihre bedenkenlose Zustimmung deutlich. Erörtert werden sollte nur der Verlauf der 14 Kilometer langen Trasse der Abführung des Grubenwassers in den Rhein. Fragen nach dem Gehalt, was in der Rohrleitung transportiert wird, wurden abgeschmettert. Es sei nicht Gegenstand der öffentlichen Erörterung.

 

In einem Vortrag von Kumpel für AUF wurde die Komplexität der Entstehung und Entwicklung des Grundwasserkreislaufs und die Auswirkungen durch Eingriffe seitens Industrie, Besiedelung, Verkehr und Landwirtschaft dargestellt. Eine anwesende Stadträtin folgerte anschließend in der Diskussion: Ihr sei klar geworden, die RAG will sich um die sogenannten Ewigkeitskosten für das Abpumpen des Grubenwassers im ganzen Ruhrgebiet drücken und spielt deshalb die damit verbundenen Gefahren herunter. Dabei, so erklärten Teilnehmer, hat die RAG-Stiftung eine Vermögen von rund 21 Milliarden Euro. Die Stiftung wurde als Gesellschaft gegründet, mit dem Vorwand diese Gelder für künftige Schäden aus der Hinterlassenschaft des Bergbaus bereit zu halten. Die  RAG-Stiftung  ist heute  an rund 20 000 Unternehmen beteiligt und gehört damit in Wirklichkeit immer noch mit zu den mächtigsten Konzernen in Deutschland.

 

Im Lauf der Diskussion wurden die großen Gefahren der Abführung in die Flüsse Rhein, Lippe und Emscher deutlich. Es gibt technische Möglichkeiten, hochgiftige Substanzen zu filtern und die Abwässer zu entgiften. Die RAG setzt darauf, dass ihr umweltschädliches Grubenwasserkonzept für die erste Zeit noch wenig sichtbare Schädigungen zeigt. Grafiken von Grundwasserbelastungen in NRW und von einer Stadt wie Duisburg zeigen, dass die Auswirkungen im Grundwasser noch nach Jahrzehnten nachweisbar sind, selbst wenn die Industriebetriebe längst still gelegt wurden.

 

Die Teilnehmer bekundeten, sich nicht beschwichtigen zu lassen, ihre Wachsamkeit zu erhöhen, die Bevölkerung aufzuklären und ihren Widerstand zu mobilisieren. Dabei haben sie die Regionalgruppe von Kumpel-für-AUF Niederrhein an ihrer Seite. Die Politik der verbrannten Erde der RAG bringt Kumpel-für-AUF auch auf der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz im nächsten Jahr ein, und will den Zusammenschluss mit der Bevölkerung in vielen anderen Bergbauregionen stärken. In dem Sinne hatte der Abend Mut gemacht, es ist nie zu spät.