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Aufstandsentwicklung im Iran: Die Arbeiterklasse ist das Herz des Volksaufstands!

Mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter Nosrat Taymoorzadeh und Zaman Masudi, waren viele Interessierte und auch kompetente Menschen gekommen, um sich am 11. November in Hamburg über die Entwicklung im Iran zu informieren und zu diskutieren.

Korrespondenz

Für diejenigen, die bisher über den Iran hauptsächlich durch die bürgerlichen Medien erfahren hatten, war es sicher erstaunlich, über die Kampfkraft und zahlenmäßige Stärke der Arbeiterklasse im Iran zu erfahren, die aus vielen jungen, gut ausgebildeten Arbeiterinnen und Arbeitern besteht. Es wurde deutlich, dass der Iran ein Brennpunkt im Mittleren Osten ist. Seit vier Jahrzehnten steht das Volk unter faschistischer Herrschaft. Hinter den religiösen Phrasen der Mullahs verbirgt sich eine aggressive neuimperialistische Macht mit dem Kern eines militärisch- industriellen Komplexes. Nosrat Taymoorzadeh berichtete anschaulich, wie sich die Lebenslage der Massen ständig bis zur bitteren Armut verschlechtert. Das ist eine wesentliche materielle Grundlage für die Volksaufstände.

 

Zaman Masudi nahm sehr differenziert die Losung „Jin, Jian, Azadi“ - „Frauen, Leben, Freiheit“, auseinander, die noch sehr undifferenziert ist. Sie zeigte anhand der Kopftuchfrage eindrücklich die besondere Unterdrückung der Frau im Iran auf – gerechtfertigt durch religiöse Phrasen – und dass sich die Frauen das nicht mehr gefallen lassen. Sie bestätigte jedoch auch, dass es nicht um eine Frauenrevolution im Iran geht, sondern um eine soziale Revolution mit der Arbeiterklasse als Kern.

 

Die Massen wollen nicht mehr in dem verhassten System leben. Sie kämpfen mit Todesverachtung, um das Regime zu stürzen. Lebendig wurde diskutiert, wie man denn von der jetzigen faschistischen Diktatur zum Sozialismus kommt. Obwohl es scheinbar naheliegt, unmittelbar den Sozialismus zu erkämpfen, weil der Iran ein staatsmonopolistischer Kapitalismus und ein neuimperialistisches Land ist, gab Joachim Griesbaum die Erfahrungen von Willi Dickhut, einem der Vordenker und Mitbegründer der MLPD, zu bedenken. Er legte als Schlussfolgerung aus dem Hitler-Faschismus dar, dass es eine Übergangsphase braucht, eine neudemokratische Revolution mit der Perspektive des Übergangs zum Sozialismus. Viele klassenbewusste Arbeiter im Iran favorisieren Arbeiterräte. Das kann eine wichtige Übergangslosung sein, wenn sie im Sinn des Aufbaus der Einheitsfront verstanden wird. Klar diskutiert wurde aber, dass die sozialistische Revolution nur mit einer starken, geeinten marxistisch-leninistischen Partei erfolgreich sein kann.