Tarifrunde Unikliniken Baden-Württemberg

Tarifrunde Unikliniken Baden-Württemberg

Tarif- Rebellinnen und -Rebellen haben keine Geduld mehr!

Schon im Oktober gab es zwei Warnstreiktage an den vier Unikliniken in Baden-Württemberg. Ver.di fordert 10,5 % mehr Lohn, mindestens aber 375 € für alle nichtakademischen Berufsgruppen sowie 200 € für Azubis. Tabellenwirksam und mit zwölf Monaten Laufzeit.

Korrespondenz aus Tübingen
Tarif- Rebellinnen und -Rebellen haben keine Geduld mehr!
Warnstreik der Uniklinik-Beschäftigten in Tübingen (rf-foto)

Dazu sollen noch andere Gruppen, z. B. Schüler und Schülerinnen von Fachschulen, besser gestellt bzw. endlich in den Tarifvertrag aufgenommen werden. In Tübingen streikten 600 Kolleginnen und Kollegen; die Stimmung war sehr offensiv. Das erste „Angebot“ der Tarifgemeinschaft der Unikliniken war schon eine echte Provokation, noch mehr das zweite. Zwar wurden die  Einmalzahlungen erhöht, aber die lächerlichen 2 % mehr soll es jetzt statt Januar erst im Juli 2024 (!) geben plus tabellenwirksame 150 €.  Das wären 41 Monate seit der letzten tabellenwirksamen Lohnerhöhung und acht Monate nach Kündigung des Tarifvertrags.

 

Beim jetzigen Warnstreik vom 28. November bis 1. Dezember 2022 demonstrierten ca. 500 der insgesamt 11 000 Beschäftigten vom Klinikum vom Berg runter in die Stadt zu einer sehr kämpferischen, aufgewühlten Kundgebung, dabei sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen. Auch die MLPD war dabei. Die Wut ist groß: Die Klinikleitung beschimpft die Streikenden wegen Maßlosigkeit und angeblicher Patientengefährdung. Doch gerade viele Patienten solidarisieren sich. Die Streikenden kämpfen mit für die Patienten und die Verbesserung ihrer Versorgung!

 

Betroffen von diesem Kampf sind 28 400 Kolleginnen an den vier Unikliniken mit ca 6 500 Betten. Die MLPD unterstützt die Richtung, dass in diesem Kampf eine immer engere Zusammenarbeit von Arbeitern in den Großbetrieben wie bei Bosch und im Gesundheitswesen notwendig ist. Ein Schild „Profitmaximierung - Gesundheitswesen? Sieht so eine befreite Gesellschaft aus? MLPD“ tragen wir am dritten Streiktag. Wir verteilten viele Flyer „Aktiver Widerstand gegen einen Dritten Weltkrieg“, verkauften die Broschüre "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" und boten das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" an.

 

Dabei schwenkten wir die rote MLPD/ICOR Fahne. Das war deshalb besonders wichtig, weil zwar die verschiedensten Krisen genannt wurden, aber nicht, dass alles auf Kriegswirtschaft ausgerichtet ist. Unter diesen neuen politischen Bedingungen zu kämpfen ist nochmal eine Herausforderung, sich bei ver.di und am besten auch in der MLPD zu organisieren.