Geschichtslüge „Holodomor“

Geschichtslüge „Holodomor“

Man kann die damalige Situation nur im historischen Kontext richtig beurteilen

Den folgenden Auszug aus einem Briefwechsel mit einem Verwandten über den so genannten Holodomor hat uns die Autorin freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

Von Korrespondenz

Nun zu dem von dir zugesandten Artikel zum „Holodomor“. Du schreibst, dass du von dem Artikel aus der Roten Fahne verunsichert warst und findest den Artikel von Volksverpetzer "schlüssiger und glaubhafter". Nun, ich habe mich intensiv mit den Quellenangaben des Artikels befasst. Bezeichnenderweise stammen die hauptsächlichen Quellen der Autorin, Melina Borcak, von ausgewiesenen Antikommunisten, wie Nicolas Werth, Anne Applebaum oder dem berüchtigten Robert Conquest.

 

Zu Robert Conquest ist zu sagen, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag des britischen Außenministeriums antikommunistische Propagandaschriften verfasste und Desinformation betrieb. Er war ein betonter Befürworter des Vietnamkriegs.

 

Nicolas Werth schrieb mit am „Schwarzbuch des Kommunismus“ (1997, herausgegeben von Stéphane Courtois). In diesem fast tausendseitigen Machwerk bringt es Courtois fertig, die 24 Millionen Toten in der Sowjetunion und die insgesamt 60 Millionen Toten im Zweiten Weltkrieg zu Opfern des Kommunismus zu erklären. Das ist keine seriöse Geschichtsauffassung, sondern Verfälschung der Geschichte. Das ging sogar Werth zu weit, der sich von den Auffassungen Courtois distanzierte. Dennoch nennt auch er den „Holodomor“ in einem Atemzug mit dem Holocaust, ungeachtet der Tatsache, dass sogar die UN-Generalversammlung in ihrer Resolution von 2003 nicht von einem Genozid spricht, sondern von einer nationalen Tragödie. Werth nennt in seinem Aufsatz (The Great Ukrainian Famine of 1932-33 | Sciences Po Violence de masse et Résistance - Réseau de recherche) diverse Historiker, die nicht seiner Auffassung sind, die Hungersnot in der Ukraine 1932 sei ein bewusst herbeigeführter Genozid. Die Historikerin und Journalistin Anne Applebaum tat sich auch mit antikommunistischen Machwerken hervor. Sie leitete einen Thinktank zur Förderung von "Demokratie und Kapitalismus". Also mich wundert es nicht, dass so jemand dann auch folgerichtig gegen Sozialismus / Kommunismus schreibt.  ...

 

Alle diese Autoren und Artikel über die damalige Zeit in der sozialistischen Sowjetunion unter Stalin haben Folgendes gemeinsam:

 

  1. Sie blenden andere Faktoren, die zur Hungersnot in der Ukraine beigetragen haben, entweder komplett aus oder diffamieren sie als Propaganda. Dazu zählen die verschiedenen Faktoren, die auch der Rote Fahne-Artikel thematisiert: die Dürre von 1931 / 32, die Typhusepedemie, die Sabotage seitens der Kulaken und konterrevolutionären Elemente.

    Man kann aber die damalige Situation nur im historischen Kontext richtig beurteilen. Dazu gehört, dass die sozialistische Sowjetunion nach dem Ersten Weltkrieg von 14 imperialistischen Mächten und zaristischen Weißgardisten umkreist und attackiert wurde. Dazu gehörten Wirtschaftsblockaden, Spionage, Sabotage bis hin zu Pogromen usw. Der Klassenkampf innerhalb der Sowjetunion verschärfte sich aufgrund des Widerstands der gestürzten Bourgeoisie, Reste des Feudaladels und der Großbauern.

  2. Sie fokussieren sich einseitig auf die Verbrechen und Fehler, die durch kleinbürgerliche Bürokraten mit dem Parteibuch in der Tasche begangen wurden. Das nehmen die antikommunistischen Autoren allerdings zum alleinigen Maßstab für den Erfolg der Kollektivierung der Landwirtschaft, die durchweg als Zwangskollektivierung diffamiert wird. Es kam auch zu Verstößen gegen das Prinzip der Freiwilligkeit. Die KPdSU und vor allem Stalin haben sich entschieden dagegen gewandt: „Der Leninismus lehrt, dass man die Bauern nur dann von den Vorzügen der kollektiven Wirtschaft überzeugen kann, wenn ihnen in der Praxis, durch die Erfahrung gezeigt und bewiesen wird, dass die Kollektivwirtschaft besser ist als die Einzelwirtschaft, dass sie vorteilhafter ist als die Einzelwirtschaft, dass die Kollektivwirtschaft dem Bauern, dem Armen und Mittelbauern, einen Ausweg bietet. Der Leninismus lehrt, dass die Kollektivwirtschaft ohne diese Bedingungen keinen Bestand haben können. Der Leninismus lehrt, dass jeder Versuch, den Bauern die Kollektivwirtschaft mit Gewalt aufzuzwingen, dass jeder Versuch, Kollektivwirtschaft durch Zwang zu errichten, nur die Bauern von der qualitativ wirtschaftlichen Bewegung abstoßen kann.“ (Stalin, Werke, Bd. 12, S. 179/180)

  3. Sie blenden völlig aus, welche Errungenschaften infolge der sozialistischen Oktoberrevolution 1917 erreicht wurden. Russland unterzeichnete kurz darauf einen Friedensvertrag und stieg aus dem Ersten Weltkrieg aus. Der Achtstundentag wurde ebenso eingeführt wie Scheidungsrecht usw. Das grassierende Analphabetentum wurde überwunden, die Industrialisierung vorangetrieben usw. Selbst bürgerliche Historiker anerkennen die großen wirtschaftlichen Leistungen, die die sozialistische Sowjetunion in den 1930er- bis 1940er-Jahren erbracht hat. Nach 1933 stiegen die Ernteerträge wesentlich und sie kannte keine Wirtschaftskrisen.