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2023: Neue Runde der Arbeitsplatzvernichtung?

Der „Scheinwerfer“ – die Zeitung von Kollegen für Kollegen bei Ford Köln und angegliederten Betrieben – schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe:

Aus Kollegenzeitungen „Scheinwerfer“
2023: Neue Runde der Arbeitsplatzvernichtung?
Ford-Entwicklungszentrum und europäisches Teilevertriebszentrum in Köln-Merkenich (foto: El Grafo (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA-3.0))

Betriebsversammlung Dezember: Ford will schon wieder Arbeitsplätze abbauen, im vierstelligen Bereich! Ein traumhafter „Restart“ ist das, nach dem schon 45 Prozent der Arbeitsplätze in Europa vernichtet wurden. Der Scheinwerfer warnte vor der Illusion, mit dem Zuschlag für das große E-Modell in Köln seien die Arbeitsplätze sicher. Nach dem ekelhaften „Bieterwettbewerb“ sieht es für Saarlouis und sogar Valencia nicht gut aus. Alle gängigen Modelle laufen aus: Galaxy, S-Max, Mondeo, Focus, Fiesta.

Alternativlos?

Begründung: E-Mobilität, weniger Arbeit nötig. Seit Jahren verkaufen Industrie und Politik uns das als Fortschritt für Menschheit, Verkehr, Umwelt. Das Gegenteil ist der Fall. Erstens: Teure SUV‘s und hochpreisige Modelle wie F150-E und Mach-E sind keine Massenautos – selbst der Mini-Crossover Puma ab 26.300 Euro ist um 36 Prozent teurer als der Fiesta. Inflation, wachsende Armut? Egal, Autos nur für Reiche – das erhöht den Profit! Zweitens: Verbrauch von Ressourcen und Energie sind bei den Modellen übergroß. Egal, die Marge für Aktionäre stimmt! Drittens: Woher der Strom kommt? Egal! Die Bundesregierung organisiert Profite für internationale Energiemonopole durch Förderung der für sie billigsten und zugleich umweltschädlichsten Energie: Kohle, AKW‘s, LNG-Frackinggas aus den USA! Beginn einer globalen Umweltkatastrophe? Egal, die Ampel-Regierung nimmt das gemeinsam mit den herrschenden Monopolen mutwillig in Kauf!

Für Arbeitsplätze und Umweltschutz!

  • Wir müssen um jeden Arbeitsplatz und für die Rettung der Umwelt kämpfen – nicht „mit“ , sondern gegen Fords Profitinteressen.
  • Wir brauchen günstige Autos mit Null-Emissionsantrieben und Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Personennahverkehrs!
  • Kampf um Lohnnachschlag von 500 Euro für jede und jeden!
  • Weniger Kräfte in der Autoproduktion ermöglicht Einsatz unserer Fachkenntnisse für andere sinnvolle Arbeit: Wir fordern Ersatzarbeitsplätze! Arbeitszeitverkürzung erhält - erst einmal - Arbeitsplätze: Konzernweiter Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Radikaler Umweltschutz ist unvereinbar mit kapitalistischer Profitwirtschaft. Dann gehört der Kapitalismus eben auf den Müllhaufen der Geschichte. Keine Chance dem Antikommunismus - machen wir uns selbst ein Bild von Marx, Engels, Lenin und dem wissenschaftlichen Sozialismus!

Letzte Meldung:

Bei Redaktionsschluss wurde bekannt, dass am 23. Januar eine außerordentliche Betriebsversammlung stattfindet. Die Lage spitze sich zu und Arbeitsplätze in Köln seien gefährdet.

Wir lassen nicht zu, dass das US-Management mit dem Rotstift ganze Werksteile und damit Arbeitsplätze wegrationalisiert.

Wir müssen uns auf alles einstellen und bereit sein, den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu führen!