Der Kleine Unterschied

Der Kleine Unterschied

Lambrecht und Borbet-Belegschaft

„Kriegs“-ministerin Lambrecht tritt zurück - pardon: wurde zurückgetreten. Allgemeine Erleichterung im Lager von Regierung, Militaristen, bürgerlichen Medien, NATO und Kriegswaffenherstellern. Mit ihrem Nachfolger Pistorius kann nun massiver die Vorbereitung zum Dritten Weltkrieg betrieben werden.

Von je

Der Artikel in Rote Fahne News trifft dazu den Nagel auf den Kopf. Fehlt nur noch zum Abschied und Neueinstieg der teure militaristische Aufmarsch zum großen Zapfenstreich.

 

Und wenn Lambrecht schon jede Solidarität von ihresgleichen abhanden gekommen ist, so soll doch so ein hervorragender, selbstloser Einsatz für sie persönlich nicht umsonst gewesen sein. Nun, sie hatte kein Bundestagsmandat, aber was soll's: Sie bekommt laut Bund der Steuerzahler drei Monate volle Bezüge weiter; für Bundesminister sind das schlappe 16.850.00 Euro monatlich. Falls die gute Frau danach keinen neuen Job annimmt, erhält sie immerhin noch das halbe Amtsgehalt für 21 Monate. Insgesamt wären das 176.557 Euro. Alles in Allem ständen ihr 227.000 Euro zu. Wenn sie in Rente geht, kommt noch das sogenannte Ruhegehalt dazu, immerhin eine monatliche Pension von 4660,00 Euro. Das steht ihr zu, weil sie insgesamt vier Jahre Ministerin war, seit 2019 Justizministerin bis zum Wechsel. (Angaben aus: Westdeutsche Zeitung 17.01.2023).  

 

Was ist dagegen schon die rund 600 Leute starke Borbet-Belegschaft und ihre Familien in Solingen. Jahrelang haben sie mit härtester körperlicher Arbeit Autofelgen produziert, ihre Gesundheit ruiniert für Maximalprofite des Konzerns. Anders als Frau Lambrecht, haben sie, kenntnisreich und verantwortungsbewusst, Großartiges geleistet. Nun wurden sie kurzerhand zum Jahresabschluss vor die Tür gesetzt, es wurde ihnen unverfroren die Stilllegung der Produktion mitgeteilt. Hier soll auch eine kampferprobte Belegschaft abgestraft werden. Von dieser Art Gewalt der Herrschenden, mit der Menschen die Existenzgrundlage geraubt wird, ist im bürgerlichen Blätterwald kein Luftzug zu vernehmen.

 

Selbst von Abfindung ist weit und breit nichts zu hören. Das schäbige und spalterische Angebot an die Borbet-Belegschaft zum Wechsel in eine Transfergesellschaft wurde schon manch anderer Belegschaft zum Fallstrick. Es soll für Ruhe sorgen und wäre nur ein Hinausschieben des Zeitpunkts der Arbeitslosigkeit, in das würdelose Hartz IV (jetzt vornehm Bürgergeld genannt), in soziale Verelendung und Altersarmut. Die Arbeitsplätze für die Jugend wären damit unwiderbringlich verloren.

 

Das kann und will die Belegschaft nicht hinnehmen. Sie informiert die Öffentlichkeit, unter anderem mit einer täglichen Mahnwache um 15.00 Uhr, mit immer wieder neuen Besuchern, die ihre Solidarität bekunden. Denn anders als Frau Lambrecht kämpfen sie und ihre Familien nun entschlossen und mit der Zielsetzung des Erhalts jedes Arbeitsplatzes. Und vor allem, ihnen ist – anders als ihr - die breite Solidarität aus der Bevölkerung, anderen Betrieben und der MLPD sicher!