49-Euro-Ticket

49-Euro-Ticket

Zu spät, zu teuer und auf Kosten der Massen

Zum 1. Mai 2023 soll das 49-Euro-Ticket kommen; wollen Verkehrsunternehmen, Länder und Bund endlich so weit sein. Zu teuer und 5 Monate verspätet. Warum hat das überhaupt so lange gedauert?

Von fu
Zu spät, zu teuer und auf Kosten der Massen
"Freie" Fahrt für das 49-Euro-Ticket soll es nicht vor Mai geben. (Bild: Niklas Jeromin)

Die Verantwortung schieben sich Bund und Länder gegenseitig zu. Tatsächlich ging‘s um‘s Geld, denn das 49-Euro-Ticket macht das völlig überteuerte und chaotische bestehende Abosystem obsolet. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schätzt zwar, dass 5,6 Millionen neue Kunden gewonnen werden können, rechnet er auch damit, dass 11,3 Millionen Bestandskunden ihr Abo zugunsten des 49-Euro-Tickets kündigen werden.

Solche „Mehrkosten“ sollen sich Bund und Länder teilen: jeweils 1,5 Milliarden Euro erhalten die Verkehrsbetreiber. Der Bund soll dauerhaft mehr für den ÖPNV zahlen. Derzeit sind es 9,4 Milliarden. Außerdem will man das Ticket mit Rabatten als Jobticket attraktiv machen. Das alles geschieht mit öffentlichen Geldern, also zahlen die Massen.

 

Als Monats-Ticket wird es nur im monatlich kündbaren Abo geben. Ob das Ticket nur digital verfügbar sein wird, ist noch strittig. Bundesverkehrsminister Wissing fordert weiter ein digitales Ticket – das würde alle Menschen ausgrenzen, die kein Smartphone benutzen können oder wollen und die bequeme Möglichkeit für die Überwachung der Bewegungen großer Teile der Bevölkerung bieten.

Ein Bürgergeldempfänger hat nur 45,02 Euro für Verkehr im Monat zur Verfügung – bei „Regelsatzstufe 1“, also Alleinstehenden und Haushaltsvorstände. Sonstige Haushaltsangehörige haben noch deutlich weniger. Diese Sätze sind zwar so oder so losgelöst von der Realität, aber es ist bezeichnend, dass der Preis für das neue Ticket über dem festgelegten Satz für Verkehr im selben Zeitraum liegt.

 

Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen ist „Fahrscheinfrei“ die Losung!

 

Wenn man die jetzt schon auf den Massen abgewälzten Krisenlasten und mindestens 3 Milliarden öffentlicher Gelder für die Verkehrsbetriebe berücksichtigt, bleibt das Ticket zu teuer.

 

Außerdem soll das Ticket nur bis 2024 preisstabil sein. Danach soll sich sein Preis – im Gegensatz zu den Löhnen – automatisch an die Inflation angleichen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist nicht im Preis inbegriffen. Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen brauchen wir einen Nulltarif im ÖPNV!