Ölmonopole

Ölmonopole

Krisengewinner machen Rekordgewinne

Die fünf größten westlichen Ölkonzerne - Exxon, Chevron, Shell, BP und Total – haben ihre Bilanzen für 2022 veröffentlicht: 195 Milliarden US-Dollar Gewinn haben sie zusammen gerechnet gemacht. So sehen Krisengewinner aus.

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Krisengewinner machen Rekordgewinne
Die Größe der Anlagen zeigt die Macht der Ölmonopole: Die im Bild von Tom Fisk zu sehende Pine Bend Oil Raffinerie in Minnesota bedient alleine den Großteil des Kraftstoffbedarfs des US-Bundesstaates.

Verglichen mit 2018, als die Weltwirtschaftskrise begann, hat jedes dieser Ölmonopole seinen Gewinn verdoppelt bis verfünffacht. Ein wichtiger Grund für die Rekordgewinne ist ein künstlich verknapptes Angebot auf dem Weltmarkt, wodurch der Preis nach oben getrieben werden konnte. Das entsteht vor allen Dingen durch den Wirtschaftskrieg gegen Russland – zwar ist dieses Öl weiter auf dem Weltmarkt, aber den Öl-hungrigen Produktionsstandorten im Westen nur noch bedingt zugänglich.

Gleichzeitig haben die westlichen Ölkonzerne ihre Produktion in den letzten Jahren relativ heruntergefahren, also auch Arbeiterinnen und Arbeiter entlassen, und waren nun nicht immer in der Lage, den selbstgeschaffenen Mangel an Arbeitskräften direkt wieder auszugleichen. Auch das kam ihnen insofern zu Gute, als dass sie damit nur um so mehr an jedem Barrel verdienten.

 

Die Gewinne werden auch dadurch erhöht, dass die Ölmonopolisten im letzten Jahr ihre Investitionen herunter gefahren haben; somit gab es nur einen relativ geringen Ausbau der Produktionskapazitäten durch Neuerschließungen. So verhindert man auch ein „Überangebot“, denn wenn das Öl in zu großem Maße verfügbar wäre, wäre ein Preis selbst bei der im wesentlichen völlig verwirklichten Marktbeherrschung durch die wenigen Ölmonopolisten nicht mehr uneingeschränkt aufrecht zu erhalten.

 

Krise und Krieg: Gute Zukunftsperspektive für die Ölindustrie

Mit den Gewinnen werden zum einen die Dividenden der Aktionäre bedient. Besonders interessant ist aber auch, dass die Ölgiganten diese Gewinne nutzen, um Aktienrückkäufe durchzuführen. Sie steigern damit nicht nur den eigenen Aktienkurs sondern führen künftige Gewinne in das eigene Unternehmen zurück, und daran zeigt sich, dass die Monopolisten weitere Gewinnsteigerungen durch Krieg und Krise erwarten.

 

Auf die Umwelt kann die Branche bei solchen Gewinnen natürlich nur noch weniger Rücksicht nehmen. BP hat bereits angekündigt, seine Klimaziele bis auf die Hälfte zusammen zu streichen.