Versteckte Kampfansage an die Belegschaft

Versteckte Kampfansage an die Belegschaft

Ola Källenius zu seinen Führungskräften: "Bleibt sparsam!"

Kein April-Scherz! Mercedes-Chef Ola Källenius fordert in einem Brief vom 20. März die Führungskräfte auf, beim „Sparen“ keine Pause zu machen.

Von wb

Das berichtet das Manager-Magazin und schreibt: Trotz erneuter Steigerung der Rekordprofite 2022 ist „CEO Ola Källenius nicht zufrieden“ [1]. Denn „der Mercedes-Chef will den Weltkonzern auf noch höhere Rendite trimmen.“ [2]Diese Jagd nach Profitmaximierung und einer weltmarktbeherrschenden Position im Bereich der Oberklassen- und Luxusautos ist Ausdruck der kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten. Dieser Kampf entwickelt sich vor dem Hintergrund der Strukturkrise auf der Grundlage der E-Mobilität und Digitalisierung sowie aufkommender Konkurrenten wie Tesla und China zu einer regelrechten gegenseitigen Vernichtungsschlacht. Er wird auf dem Rücken der Belegschaften ausgetragen.

 

Deshalb ist es eine Nebelkerze (und Frechheit gegenüber den Schwaben), wenn Källenius bei der englisch gehaltenen Vorstellung der Jahresbilanz dazu aufrief: „Keep Swabian“; also „bleibt schwäbisch“ im Sinne von „bleibt sparsam“. Der Mercedes-Chef ist nicht der erste Monopolvertreter oder -politiker, der die positive „Tugend der Sparsamkeit“ für die Akzeptanz unter den Massen für ihre Profitmaximierung missbrauchen will. Denn laut Wikipedia ist das der „maßvolle Umgang mit Geld und ... natürlichen Ressourcen, zur praktischen Bewältigung des Alltags auf der Grundlage gesicherter und geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse“.

 

Bei Mercedes versteht man dagegen unter „Sparsamkeit“: über 1000 Leiharbeiter in den Werken Bremen und Sindelfingen rauszuschmeißen, weil die Absatzzahlen nicht wie  geplant gesteigert und aufgrund von „Effizienzsprüngen“ [3] mehr Autos mit weniger Leuten produziert werden können; oder dass es für über 800 Stammarbeiter in S-Untertürkheim derzeit „keine Verwendung“ gäbe, wegen der Umstrukturierung auf die E-Mobilität sowie Maßnahmen zur Senkung der Lohn- u.a. Personalkosten.

 

Diese arbeiter- und umweltfeindliche Politik und Manager können wir uns sparen! Aber dazu muss die Arbeiterklasse im Bündnis mit anderen Schichten auf revolutionärem Weg die Macht erobern. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz und für einen Lohnnachschlag, für den die MLPD und ihre Betriebsgruppen eintreten, ist dafür eine wichtige Schule.