Israel / Palästina

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Besatzungskräfte knüppeln Gläubige in Al Aqsa-Moschee während Ramadan nieder

Der fortschrittliche Blog „Occupied News“ berichtet:

Von Occupied News
Besatzungskräfte knüppeln Gläubige in Al Aqsa-Moschee während Ramadan nieder
Massenverhaftung in der Al-Aqsa-Moschee (Screenshor aus dem Video)

Israelische Besatzungskräfte überfielen — wie schon letztes Jahr während des Fastenmonats Ramadan — in der Nacht vom 4. auf den 5. April gewaltsam das Gelände der Al Aqsa-Moschee im besetzten Ostjerusalem, attackierten dabei brutal palästinensische Gläubige und nahmen 400 bis 500 Palästinenserinnen und Palästinenser fest. Sie werden aktuell in einer Polizeistation in Atarot im besetzten Ostjerusalem festgehalten. Dutzende Palästinenserinnen und Palästinenser wurden verletzt.

 

Die israelischen Besatzungskräfte wandten exzessiv Gewalt an, als sie plötzlich ohne Anlass das Gelände stürmten. Inmitten des Ramadan feuerten sie Blendgranaten und Tränengas auf die Anwesenden Gläubigen und Betenden in der Moschee und schlugen mit Schlagstöcken und Gewehren erbarmungslos auf die vollkommen überrumpelten Menschen ein. Es gab zahlreiche Fälle von schwerer Atemnot, Knochenbrüchen und Blutergüssen.

Alles, was sie hatten, waren Gebetsteppiche

Der Überfall, der sich in mehreren Wellen abspielte, begann am Abend des 4. April gegen 22 Uhr, als die ersten Besatzungskräfte zum ersten Mal beim Betreten der Al Aqsa-Moschee gesichtet wurden.

 

Sie begannen damit, Menschen aus den Innenhöfen der Moschee zu vertreiben. Zahlreiche Gläubige hatten sich dort aufgehalten, um das Itikaf zu verrichten, nachdem Zehntausende zuvor das Taraweeh-Nachtgebet gesprochen hatten. Itikaf ist eine nicht obligatorische religiöse Praxis, die im Ramadan üblich ist und bei der die Gläubigen über Nacht in der Moschee bleiben, um zu beten, nachzudenken und den Koran zu rezitieren.

 

Während diejenigen, die in den Höfen saßen, vertrieben wurden, schlossen sich Dutzende von Gläubigen in der Qibli-Gebetshalle der Al Aqsa ein, um den israelischen Angriffen zu entgehen.

 

Etwa eine Stunde später schlugen die Besatzer die Fenster der Qibli-Moschee ein und feuerten Tränengas und Blendgranaten auf die Gläubigen, um sie zum Verlassen des Gebäudes zu zwingen, während sie ihnen den Strom im Gebäude ausschalteten. Dann gelang es ihnen, in die Moschee einzubrechen und die Gläubigen auch dort direkt anzugreifen.

 

Eine Augenzeugin berichtete lokalen Medien, dass vor allem die Männer brutal geschlagen und verhaftet wurden. “Jeder einzelne von ihnen wurde brutal verprügelt. Jeder einzelne Mann”, sagte sie.

 

Der Palästinensische Rote Halbmond meldete zahlreiche Verletzte, darunter drei Personen, die in ein Krankenhaus gebracht wurden. Eine genaue Anzahl an Verwundeten konnte jedoch nicht gegeben werden, da die Rettungssanitäterinnen und Sanitäter berichteten, dass sie aktiv von den Besatzern daran gehindert wurden, Al-Aqsa zu erreichen, um die Verwundeten zu versorgen und zu registrieren. Einer wurde von einem israelischen Beamten direkt angegriffen und verletzt.

 

Der Überfall dauerte bis zum Mittwochmorgen an, als israelische Streitkräfte erneut Palästinenserinnen und Palästinenser angriffen, aus dem Moscheegelände drängten und sie während des ihnen heiligen Fastenmonats am Beten hinderten, bevor Israelis, vor allem illegale Siedler, unter Polizeischutz eingelassen wurden.

 

“Ich saß auf einem Stuhl und rezitierte [den Koran]. Sie warfen mit Blendgranaten, eine davon traf mich in der Brust”, berichtete eine ältere Frau der Nachrichtenagentur Reuters unter Tränen und Schock.

 

Die israelische Polizei gab eine Erklärung ab, in der es hieß, sie habe Dutzende von “Randalierern” aus der Al Aqsa-Moschee festgenommen, um die Ordnung auf dem Gelände wiederherzustellen. Tatsache ist, dass der Angriff vollkommen unprovoziert war und sich später die anwesende Palästinenserinnen und Palästinenser gegen den Angriff der Besatzer mit Steinen wehrten. Ein Polizist sei dabei am Bein verletzt worden.

 

Najeh Bkeirat, der stellvertretende Direktor des islamischen Waqf in der Al Aqsa-Moschee, bezeichnete die gewaltsame Razzia in einem Interview mit Al Jazeera als einen vorsätzlichen Angriff zur Einschüchterung und Demonstration von Macht. “Was haben die Menschen dort drinnen getan, außer zu beten? Alles, was sie hatten, waren Gebetsteppiche”, sagte er.

 

Schon letztes Jahr kam es während des Ramadan zu äußerst brutalen Überfällen auf Gläubige in der Al Aqsa-Moschee. So wurden an einem Tag 152 Menschen verletzt und 400 verhaftet. In den sozialen Netzwerken wurde daher schon befürchtet, dass sich dies auch 2023 wiederholen wird. Es gab daher in den sozialen Medien Aufrufe, zur Al Aqsa-Moschee zu kommen und sie “gegen die Besatzer zu verteidigen”.

 

Der Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mohammad Shtayyeh, sagte in einer Erklärung: “Was in Jerusalem geschehen ist, ist ein großes Verbrechen gegen die Gläubigen. Das Gebet in der Al-Aqsa-Moschee findet nicht mit Erlaubnis der [israelischen] Besatzung statt, sondern ist unser Recht”.

 

Jordanien, das die christlichen und muslimischen heiligen Stätten des besetzten Jerusalem im Rahmen einer seit dem Krieg von 1967 bestehenden Status-quo-Vereinbarung verwaltet, verurteilte Israels “schamlose” Erstürmung der Anlage. Das ägyptische Außenministerium forderte unterdessen einen sofortigen Stopp des “eklatanten Angriffs” Israels auf die Al-Aqsa-Gläubigen.

 

Video, dass zeigt, wie die israelische Polizei mit Schlagstöcken und Gewehren auf unbewaffnete Betende einprügelt