Weltweit
2022 war für den Rohstoffhandel ein "Jahr der Superlative"
Im Krieg lassen sich die Maximalprofite aus dem Rohstoffhandel maximal optimieren.
Das vergangene Jahr war für den Rohstoffhandel ein Jahr der Superlative. Das Beratungsunternehmen Oliver Wyman spricht von einer Bruttomarge – Umsatz minus Bruttoaufwand – von mehr als 100 Milliarden Dollar für die gesamte Branche. Damit hat sich dieser Wert gegenüber 2018 verdreifacht. Die Preise für Erdöl und Erdgas sowie der Metalle, die für die „grünen Technologien“ benötigt werden, wurden mittels Spekulation in schwindelnde Höhen getrieben.
Vitol, der größte sogenannte unabhängige Erdölhändler der Welt, hat eine Verdoppelung seines Umsatzes von 2021 zu 2022 auf 505 Milliarden Dollar gemeldet. Der Reingewinn soll 15 Milliarden betragen. Zahlen veröffentlichen sie dazu nicht. Auch die Konkurrenten Trafigura, Gunvor, Mercuria und Glencore weisen vergleichbare Entwicklungen auf.
Ebenfalls in die Höhe schossen die Zahlen des sogenannten Schweizer Transithandels, wo diese Monopole konzentriert sitzen. Transithandel bedeutet, dass der Handel von da gemanagt wird, ohne dass die gehandelten Waren eine Grenze der Schweiz gesehen haben. Der Beitrag des Transithandels zum Überschuss in der Leistungsbilanz der Schweiz ist größer als der des Güterhandels.
Auch das Russlandgeschäft wächst. Laut der Nationalbank der Schweiz betrug der Wert der Rohstoffe, die 2022 aus Russland gekauft und weltweit weiterverkauft wurden, 88,5 Milliarden Franken. Ein Plus von 5% gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft entwickelte sich langsamer, aber unsere erfinderischen Händler fanden trotz Embargo Wege, es voranzubringen. Allerdings gäbe es Anzeichen, dass Handelsgesellschaften Umzüge planen. Dubai, Singapur oder Hongkong sind im Gespräch, um von dort aus ungestört dem Russlandgeschäft nachgehen zu können.