Übermorgen

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Erneut Streiks bei Bahn und Flughäfen

Für Freitag ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zum zweiten Mal auf, den Schienenverkehr bundesweit zu bestreiken. Auch das in ver.di organisierte Luftsicherheitspersonal streikt zwischen Donnerstag und Samstag an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn.

Von wb

Die EVG verhandelt für rund 230.000 Beschäftigte bei 50 Bahn- und Busunternehmen. Die Eisenbahner fordern zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr. „Nachdem wir jetzt in Hannover an drei Tagen insgesamt mehr als 40 Stunden ergebnislos verhandelt haben, brechen wir die Verhandlungen ab, denn am Verhandlungstisch ist derzeit offensichtlich kein Abschluss möglich“ [1] - so die  EVG-Verhandlungsführerin  Regina Rusch-Ziemba. Denn die Deutsche Bahn AG bleibt bei ihrer Provokation von einer tabellenwirksamen Erhöhung von fünf Prozent mehr mit einer Laufzeit von 27 Monaten. Und das, obwohl  die Lebensmittelpreise im März 2023 gegenüber dem Vorjahr um 22,3 Prozent und die Energiepreise um 3,5 Prozent gestiegen sind. [2]

 

Selbst wenn die DB AG kalte Füße kriegen sollte und ein neues Angebot vorlegt, seien „die jetzt angekündigten Warnstreiks nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert,“1 so Torsten Westphal, EVG Bundesgeschäftsführer.

Ähnlich streikbereit sind die ver.di-Mitglieder in der Luftsicherheit. Sie haben die Schnauze gestrichen voll, weil der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) in den jahrelangen Verhandlungen und zuletzt am 11./12.April erneut bei der Blockadehaltung bleibt. Sein Angebot für die „Arbeit an Samstagen und Sonntagen bringt es keine Verbesserungen, für Arbeit in der Nacht erst ab 22 Uhr und nicht ab 20 Uhr Zuschläge und der Zuschlag nicht auf 25 Prozent angehoben werden soll. Für Mehrarbeit/Überstunden wollen die Arbeitgeber für Voll- und Teilzeitbeschäftigte auch künftig faktisch keine Zuschläge zahlen.“ [3]

 

Doch die Reaktion und der Angriff auf das Streikrecht des BDLS, nach der „die andauernde Abfolge von Streiks an verschiedenen Flughäfen in Deutschland nichts mehr mit Warnstreiks zu tun“ habe, wirft ein Licht auf seine Defensive.