Hannover Messe 2023

Hannover Messe 2023

Eindrücke von der Hannover Messe

In dieser Woche fand die Hannovermesse 2023 statt. Sie bezeichnet sich gern als „Weltleitmesse der Industrie“. Allerdings ist ihre Bedeutung offensichtlich deutlich rückgängig.

Von pib

Früher war die Hannovermesse wegen der Größe noch in die beiden Messen „CeBit“ für Computer und die „Hannover Industriemesse“ für industrielle Fertigung aufgeteilt. Heute gibt es wieder nur noch die eine. Vom Messegelände war nur noch etwa die Hälfte der Messehallen belegt. Auf den Freiflächen, wo früher noch riesige Kräne und Baumaschinen zu bestaunen waren, sind dieses Mal nicht viel mehr als ein paar Würstchenstände zu finden.

 

Die tatsächlichen industriellen Innovationen, die zu sehen waren, waren – wenn auch recht überschaubar – zum Teil interessant. So forscht zum Beispiel das Fraunhofer Institut daran, sogenannte „flache Sensoren“ für Hochtemperaturanwendungen zu entwickeln, wo etwa in einem 800 Grad heißen Stahlgußteil die genaue Temperatur an jeder einzelnen Stelle des Materials genau gemessen, in einen Computer ausgelesen und damit der Prozess gesteuert werden kann.

 

Natürlich durfte auch bei kaum einem Anbieter die „Künstliche Intelligenz“ fehlen. Interessant war, dass diese Anwendungen nicht nur auf effektivere und gleichzeitig flexiblere Produktionsmethoden ausgerichtet waren. So bietet eine Firma etwa ein System an, mit dem Kundengespräche aufgezeichnet werden, die dann automatisch in geschriebenen Text übersetzt werden und ein Analysesystem extrahiert daraus automatisch Kundenwünsche, die dann an die Fertigung weitergeleitet werden.

 

Auffällig war auch, wie weit die Technik der sogenannten „Additiven Fertigung“ mit 3-D-Druckern vorangeschritten ist. So können damit nicht nur beliebige Teile aus Plastik erzeugt werden, sondern auch mit hartem Metall Material etwa für den Fahrzeugbau, Ersatzteile usw.

 

Gleichzeitig zeigte die Messe, wie der staatsmonopolistische Kapitalismus in der Praxis funktioniert und die Regierungen ihre Rolle als Diener des internationalen Finanzkapitals wahrnehmen. So hatten mehrere Bundesländer große Stände, wo sie  auf Steuerkosten ihren „einheimischen Firmen“ ihre Selbstdarstellung finanzierten – wobei sich die baden-württembergische Regierung nicht zu blöd vorkam, ihren dümmlichen Werbespruch von „The Länd“ überdimensional zu zeigen, über den in Baden-Württemberg inzwischen fast jeder Journalist lacht.

 

Auch mehrere neuimperialistische Länder waren mit zum Teil riesigen Ständen vertreten. So hatte allein die Türkei mit ihrem Wirtschaftsministerium fünf Stände mit türkischen Firmen finanziert, die mit ihren Produkten aus Computertechnik und Maschinenbau weltweit expandieren wollen. Ebenso waren China und Süd-Korea auffällig oft vertreten. Gleichzeitig waren etwa große US Firmen wie Microsoft oder IBM, die früher die CeBit beherrscht hatten, nur noch mit relativ kleinen Ständen zu sehen.

 

Während einerseits neue Techniken die materielle Vorbereitung des Sozialismus noch perfekter machen, spiegelte die Messe auch den verschärften Konkurrenzkampf des Imperialismus wieder.