„Gesundheits“-Politik

„Gesundheits“-Politik

Nein zur Gebühr für die Notaufnahme

Vor einigen Tagen kam Kassenärzte-Chef Andreas Gassen mit einer – seiner Meinung nach – guten Idee um die Ecke: Patienten, die direkt in die Notaufnahme gehen, ohne vorher die Leitstelle anzurufen, sollen dafür mit einer Gebühr zur Kasse gebeten werden. Dazu Gassen: „Wer noch selbst in eine Notaufnahme gehen kann, ist oft kein echter medizinischer Notfall“. Jetzt sollen tatsächlich diejenigen, die – gerade in ländlichen Gegenden - zum oft nicht mehr vorhandenen oder völlig überlasteten Arzt gehen wollen, dies aber aus genannten Gründen nicht können und deshalb notgedrungen in die Notaufnahme gehen, für die verfehlte Gesundheitspolitik der Bundesregierung auch noch zur Kasse gebeten werden? Dass sich jetzt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hinstellt und moralisierend den Zeigefinger hebt, stellt ebenfalls eine Frechheit dar: Geht es nach Lauterbach, werden Kliniken, die sich nicht rechnen, nämlich irgendwann zur "wohnortnahen Grundversorgung“ degradiert. Entsprechend gibt es dann aller Wahrscheinlichkeit nach dort auch keine Notaufnahme mehr, an die sich die Leute wenden könnten. Der Kapitalismus, der diese unsäglichen Zustände in einem der reichsten Industrieländer im Jahr 2023 verantwortet, ist kein Pflegefall - sondern gehört schnellstens aufs Sterbebett.