Lebensmittelpreise
Der „Hunger nach Profiten“ der Lebensmittel-Monopole treibt die Preise
Im Zusammenhang mit der Vorstellung einer vom Kreditversicherer Allianz Trade in Auftrag gegebenen Studie, stellt deren Inflationsexperte Andy Jobst fest: „'Übermäßige Gewinnmitnahmen' der Unternehmen hätten spürbar zur Lebensmittelinflation im vergangenen Jahr beigetragen“.¹
Insbesondere die führenden Monopolgruppen Edeka, Rewe, Schwarz und Aldi, die 76 Prozent des Marktes beherrschen, sorgten dafür, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland 2022 um 18,8 Prozent stiegen. Und das ist nur die durchschnittliche Preisentwicklung. Bei Orangensaft waren es 52 Prozent, bei Tomatenmark 72 Prozent, Zucker 88 Prozent oder Quark 95 Prozent!² Weil viele Einzelhändler die gestiegenen Energie- und andere Kosten nicht voll an die Kunden weitergaben, lag die Preiserhöhung im Lebensmitteleinzelhandel mit 12,6 Prozent drunter.
„Die zuletzt stark gestiegenen Lebensmittelpreise treiben die Inflation und machen hierzulande fast 40 Prozent der Teuerung aus“¹, stellt die Studie fest. Stefan Engel, Leiter der Redaktion des theoretischen Organs der MLPD, REVOLUTIONÄRER WEG, hat in diesem Zusammenhang in seiner auf Rote Fahne News veröffentlichten Rede auf der Montagsdemonstration in Gelsenkirchen am 17. April aufgefordert: „Wir müssen uns wieder mehr mit der sozialen Frage befassen!“.³
Die oben erwähnte Studie kommt nicht umhin, festzustellen, dass die Verteuerung der Lebensmittelpreise zu Teilen nur mit dem „Profit-Hunger der Hersteller“ zu erklären ist. Doch das ist zu allgemein und es bleibt offen, gegen wen sich der Kampf der Massen gegen die Preistreiberei und für höhere Löhne und Einkommen richten muss. Anders Stefan Engel: „Wer macht denn in Wirklichkeit die Preise? Das sind die hier in Deutschland und in der ganzen imperialistischen Welt herrschenden Monopole! Die machen Raubpreise, die überhaupt nichts mit den realen Kosten zu tun haben. Dass hier eine kleine Fettschicht an Monopolen die Welt regiert, das ist der Grund für die Entwicklung der Preise.“
Während Teile der bürgerlichen Medien und Politiker von einem absehbaren Rückgang der Inflation faseln, um uns zu beruhigen, erwartet selbst die Studie, „dass sich Nahrungsmittel in Deutschland in diesem Jahr noch einmal um mehr als zwölf Prozent verteuern.“ Als Arbeiter und Gewerkschafter sind wir deshalb gut beraten, wenn wir aus solchen Entwicklungen neue Argumente für den selbständigen Kampf um den notwendigen monatlichen Inflationsausgleich als Lohnnachschlag entwickeln!