Leserbrief

Leserbrief

Die Fakten sprechen gegen die Atomkraft

Der folgende Leserbrief ans „Hohenloher Tagblatt“ und „Haller Tagblatt“ (Auszüge) wurde in beiden Zeitungen veröffentlicht:

Korrespondenz aus Schwäbisch Hall

Seit Tagen und Wochen hämmern die Befürworter von Atomkraftwerken durch alle Kanäle auf die Leute ein, bis in einer aktuellen Umfrage (Bild am Sonntag) 52 Prozent der deutschen Bevölkerung die Abschaltung der AKWs falsch finden. … Die Fakten sprechen gegen die Atomkraftwerke.

 

Aktuelle Zahlen des Fraunhofer-Instituts bestätigen, dass Deutschland im Jahr 2022 mit neun Terawattstunden mehr Strom ins Ausland exportiert hat, als überhaupt Kernenergie erzeugt wurde (sechs Terawattstunden).

 

Der Anteil des Kohlestroms muss überhaupt nicht zunehmen, wenn eine volle Konzentration auf Produktion und Vertrieb erneuerbarer Energien, insbesondere auch dezentral, erfolgt.

 

Atomenergie ist nicht CO2-arm. Für ihren Betrieb braucht man: Uranbergwerke, Urantransport, Uranerz-Aufbereitungsanlagen, AKW-Baustellen (oft zehn Jahre lang und mehr), AKW-Abriss-Baustellen, Atommüll-Transporte, Endlagerung usw. Das Umweltbundesamt spricht deswegen von hohem CO2-Ausstoß im gesamten Lebenszyklus der Atomkraft.

 

Atomstrom ist nicht billig. Er ist die teuerste Energieform: Die Steuerzahler bezahlen Atomstrom dreifach mit den Kosten für Forschung und Entwicklung, im laufenden Betrieb und beim Rückbau.

 

Parallel zum Ausbau der Energiegewinnung aus Wind und Sonne kann man neue Energiespeichersysteme und netzbildende Umrichtersysteme entwickeln.

 

Die sog. Mini-Reaktoren sind keine Lösung. Unfälle seien unwahrscheinlicher; ausgeschlossen sind sie nicht. Die Menge des allein durch ausgebrannten Brennstoff verursachten Atommülls läge - gemessen an der erzeugten Leistung - fünfmal höher als bei den herkömmlichen Reaktoren. „Umfassende Erfahrungen mit Atomkraftwerken aus 60 Jahren belegen, dass eine fehlerfreie Handhabung nicht möglich ist. Seit den frühen 1950er-Jahren kam es weltweit zu 20 Kernschmelzen in militärischen und kommerziellen Reaktoren" - so Stefan Engel in dem Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" Auch die Niedrigstrahlung im Normalbetrieb führt zu mehr Krebsfällen. Das Problem mit der Endlagerung des Atommülls (weltweit bis jetzt 65 Mill. Tonnen) ist bekannt. ...

 

Die Umwelt- und Friedensbewegung sollten gemeinsam für die weltweite Stilllegung aller Atomkraftwerke und für das Verbot und die Vernichtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen eintreten!