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Internationale 1. Mai Demonstration durch die Hagener Innenstadt

Die DGB-Führung hatte zum ersten Mal in der Hagener Geschichte keine Demonstration organisiert und alle fortschrittlichen Kräfte und Migrantenorganisationen bewusst ausgeladen. Am 1. Mai zog trotzdem eine bemerkenswerte Demonstration durch die Hagener Innenstadt.

Von Korrespondenten aus Hagen
Internationale 1. Mai Demonstration durch die Hagener Innenstadt
1. Mai Demonstration in Hagen: Darauf kann man stolz sein! (Foto: MLPD Hagen)

Neben vielen Einzelpersonen entschlossen sich Partizan, MLPD, REBELL, der Frauenverband Courage, Alevitische Vereine, aktive Gewerkschafter und Sozialdemokraten eine eigene Demonstration auf die Beine zu stellen. Die Montagsdemonstration Hagen hatte nach der desorganisierenden Entscheidung der DGB-Führung (Rote Fahne News berichtete) dazu die Initiative ergriffen.

 

Trotz vollständigem Medienboykott nahmen mindestens 60 Teilnehmer teil. Ihnen war es eine Herzensangelegenheit bei Krisen, Krieg und Umweltzerstörung, die der Kapitalismus produziert, kämpferisch und laut zu protestieren. Der Frauenverband Courage erklärte sich solidarisch mit dem kämpfenden Frauen im Tarifstreik bei Verdi. Der Jugendverband REBELL forderte die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden entsprechend ihrer Ausbildung und dass gemeinsam mit den älteren Kollegen für einen Lohnnachschlag gekämpft werden muss. Auch den kurdischen und türkischen Teilnehmern war es angesichts der Wahl in der Türkei wichtig, auf die Straße zu gehen. Viele Passanten hörten gespannt zu.

 

Eine Teilnehmerin legte dar, wie besonders RWE mit ihrer mehr als 300 % Gewinnsteigerung in drei Monaten die Umwelt zerstört und ihren Maximalprofit auf Kosten der breiten Massen steigert. In der Ansprache der MLPD sagte Reinhard Funk: „Ich bin der Meinung, dass wir heute hier ein wichtiges Zeichen setzen! Wir werden auch den DGB auffordern sich zukünftig zu beteiligen. Wenn der DGB Chef Marx sagt, er will nicht mit 30 Leuten demonstrieren, weil ihm das zu peinlich sei, ist das ein Witz. Jetzt sind wir schon mehr.“

 

Tilo Krüger, Sprecher der Montagsdemo bilanzierte: „Diese Demonstration zeigte, wie viel Kraft und Power in den Massen steckt und welch ein Skandal es von der DGB Führung ist, das alles in überheblichem Gutdünken in dieser Situation einfach abzusagen!“