Tübingen

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Perspektive echter Sozialismus zum 1. Mai - "nicht einfach nur irgendwie links"

Außerordentlich viele junge Menschen trieb es zum traditionellen kapitalismuskritischen 1. Mai in Tübingen. Trotz hoher Regenwahrscheinlichkeit blieb es trocken, was die Teilnehmer an dem kämpferischen Programm natürlich freute.

Von Korrespondenz aus Tübingen

Bei der Demonstration unübersehbar waren Transparente wie „Klimakampf ist Klassenkampf“, „Imperialismus bekämpfen, gegen Krieg und Waffenlieferungen“. Direkt hinter dem Block von SDAJ, KO und Antifa: Unser nagelneues und topaktuelles Transparent „Der Kapitalismus bedroht die Menschheit. Perspektive: Echter Sozialismus!“

 

Die Reden und die Moderation waren ausgesprochen kämpferisch und die Live-Band mit zum Teil italienischen Kampfliedern umrahmte das Programm mit Kontrabass, Quetsche, Geige und Gitarre. Das war sehr schön auf dem historischen Marktplatz. OB Boris Palmer liess sich nicht sehen. Ein Grußwort von ihm, wie früher, hätte die 700 Teilnehmer jetzt wohl zum Rathaussturm getrieben. Aber jetzt macht er ja eine Auszeit, holt sich fachlichen Rat.

 

Hauptthemen waren der Kampf der verschiedensten Beschäftigungsgruppen um ihre soziale Lage, gegen Inflation, Preistreiberei der Monopole und die Privatisierung der bisher städtischen Müllabfuhr, für eine ordentliche Kinderbetreuung. Neben den Reden gab es zum ersten Mal kurze, moderierte Talk-Runden mit Vertretern der GEW Hochschulgruppe, den Müllwerkern und Erzieherinnen. Ihr Credo: Alle müssen zusammen halten und zusammen kämpfen, trotz aller Unterschiede!

 

Die Revolution wurde nicht ausgerufen, aber das Interesse an einer wirklich sozialistischen Lösung, nicht einfach nur irgendwie links, und an der MLPD ist offensichtlich gewachsen. Der Büchertisch war noch nicht richtig aufgebaut, schon war Literatur für knapp 30.- Euro verkauft, inklusive Spenden. Neben einem Dutzend Rote Fahne Magazinen und verschiedenen Broschüren wurden zwei Exemplare des neuen Buchs von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft“ verkauft. Wir führten viele tiefgehende Gespräche. Einige wünschten sich eine künftige Zusammenarbeit oder auch die Mitgliedschaft im Jugendverband REBELL.