Netanjahu-Regierung

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Quatargate und die Frage, wer über die Ereignisse des 7. Oktobers etwas zu verbergen hat

Es gibt in Israel kaum noch Medien, die nicht gleichgeschaltet berichten (müssen), was der faschistischen Regierung passt. Die Tageszeitung Haaretz, die immer wieder unter Beschuss der Regierung gerät, hat zwischen Mitte Dezember 2025 und Mitte Januar 2026 einen regelrechten Politthriller geschrieben.

Von hi
Quatargate  und die Frage, wer über die Ereignisse des 7. Oktobers  etwas zu verbergen hat
Massenprotest in Tel Aviv im März 2023 (foto: Amir Terkel (עמיר טרקל) (CC BY-SA 3.0))

Am 21. Dezember 2025 berichtet Haaretz, dass ein Zusammenschluss von Angehörigen der Geiseln, die in den Händen der Hamas waren, protestiert: Was soll das für eine Untersuchungskommission sein, von Netanjahus Gnaden, die den 7. Oktober 2023 untersuchen soll? Im weiteren Verlauf gibt es noch etliche Proteste. Siehe auch: Netanjahu blockiert unabhängige Untersuchung der Geschehnisse am 7. Oktober 2023

 

Der Ministerrat erlässt eine Verordnung, die der Regierung die Entscheidung über Zusammensetzung und Mandat der Untersuchungskommission überlässt. Netanjahu erklärt dreist, er werde die Proteste der Bevölkerung gegen die sogenannte Justizreform untersuchen lassen. Er will also den Spieß umdrehen und die Sache zum Instrument gegen alle oppositionellen Bestrebungen machen. Ein Generalstaatsanwalt erklärt, dass dies gegen die Prinzipien einer unabhängigen und professionellen Untersuchung gerichtet sei. Das Oktober-Komitee fordert vor Netanjahus Amtssitz eine unabhängige Untersuchung – alles andere bedeutet, „der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen“.

 

Öffentlich erklärt der frühere israelische Premierminister Naftali Bennett, die "Quatargate-Affäre sei der schlimmste Verrat in der Gesdchichte Israels". Quatargate - was ist das? Ein Netz von Helfern und Helfershelfern von Netanjahu wird beschuldigt, Gelder der katarischen Regierung angenommen zu haben. Dafür starteten die - vermutlich bestochenen - Netanjahu-Vertrauten eine Kampagne, die die Rolle Quatars bei den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Israel und der Hamas hochjubelte. Bennett: Hat Netanjahu gewusst, dass sein Büro während des Kriegszustandes für Quatar gearbeitet hat oder nicht - in beiden Fällen müsse er zurücktreten.

 

Am 24. Dezember billigte das israelische Parlament Knesset die Regierungsvorlage zur Einrichtung der regierungsamtlichen Untersuchungskommission mit 53 zu 48 Stimmen. Die Geiselangehörigen protestierten von der Besuchertribüne herab: „Schande“, „Die zu Untersuchenden können nicht die Untersucher ernennen“. Das Komitee der Familien der Betroffenen erklärt, dass eine „Regierung, die nach einem Massaker ein Gesetz zur Vertuschung erlässt, nicht legitimiert ist.“ Die Regierung erklärt, dass N. nichts mit der Quatergate-Affäre zu tun habe. 

 

Die faschistischen Minister Smotrich und Ben Gvir fordern, dass die Verantwortlichen aus Netanjahus Büro hinter Gitter müssten. Netanjahu jedoch habe selbst nichts gewusst. Er sei ein zionistischer Patriot. Laut Bennett zeigen die Enthüllungen, dass die höchste israelische Regierungsstelle mitten im Krieg von dem arabisch-islamistischen terroristischen Staat Quatar mittels dreckigem Geld gesteuert worden ist. Das Oktoberkomitee protestiert weiter gegen den Einsatz der Untersuchungskommission von Netanjahus Gnaden: "Wir wollen die ganze Wahrheit wissen und nicht Teilwahrheiten und Lügen."

 

Am 2. Januar 2026 berichtet die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth, dass Israel genau einen Monat vor dem 7. Oktober Quatar aufgefordert habe, die Zahlungen an die Hamas zu erhöhen. Die Aufforderung sei erfolgt, nachdem die Hamas schon mit militärischer Zuspitzung gedroht hatte. Dies sei den Spitzen von Geheimdienst und anderen Institutionen bekannt gewesen. Die Hamas suche Stabilität, ließen Vertreter Israels verlautbaren. Die katarischen Gelder von Israels Gnaden ließ die Hamas in ihren militärischen Flügel einleiten. Seit März 2022 sollen es 4 Millionen Dollar gewesen sein.

 

Am 6. Januar berichtet Haaretz, dass die Knesset Angehörige ehemaliger Geiseln zu einem Empfang eingeladen hat. Ein Forum der Betroffenen findet heraus, dass nur bestimmte Leute zum erlauchten Kreis gehörten - nämlich solche, die loyal zu Netanjahu eingestellt sind. Faschist Smotrich erklärt: „Es ist legitim, bestimmte Personen und Organisationen herauszuheben, die in unseren Augen auf der richtigen Seite stehen.“ Der Zusammenschluss der Betroffenen stellt fest, dass die große Mehrheit ausgeschlossen wurde, um die Fehler zum 7. Oktober vertuschen.

 

Immer mehr deutet darauf hin, dass die faschistische Regierung Israels die Vorgänge vor dem 7. Oktober und ihre Rolle dabei vertuscht. Eine These drängt sich auf: Hat die Regierung den 7. Oktober provoziert oder zumindest geduldet? Möglicherweise nicht in dem Ausmaß, den das Massaker angenommen hat - aber doch, um einen Vorwand für den Krieg zur Verwirklichung von Großisrael zu schaffen? Dieser Krieg hat unendliches Leid über die Menschen im Gaza gebracht! Auch viele Israelis waren und sind von den Kriegs- und Krisenlasten betroffen, besonders von dem Massaker am 23. Oktober. Dass ein Geheimdienst wie der Mossad, der auf der ganzen Welt späht und mordet, die Vorbereitung des 7. Oktober nicht mitbekommen hat, ist unwahrscheinlich; auch wenn die direkten Beweise noch nicht vorliegen.

 

Die Forderung nach einer wirklich unabhängingen Untersuchung ist mehr als berechtigt!