Karnevalsfeier in der Horster Mitte
Karneval, so wie er sein soll …
Am Samstag war in der Horster Mitte in Gelsenkirchen Karneval angesagt.
Hier konnte man echten Saal-Karneval erleben! Neben einer zündenden Büttenrede und anderen Programmpunkten schwang der ganze Saal das Tanzbein - bis weit nach Mitternacht. Den Hauptanteil daran hatte das bekannte Duo Viva L’amour. Ute und Oliver Roth aus Oer-Erkenschwick brachten mit ihren Stimmungskrachern den Kultursaal so richtig zum Kochen. Mit viel Einsatz und Freude schenkten sie den anwesenden Jeckinnen und Jecken einen gelungenen Abend und sorgten auch bei den anderen Programmpunkten, wie der Kostümprämierung, mit gekonnt eingespielten Musikstücken für die richtige Untermalung. Nach Mitternacht legte DJ Carsten bis zum Kehraus "heiße Scheiben" auf. Schon bei den ersten Liedern lagen sich viele in den Armen.
Lisa Gärtner und Dieter Brans moderierten schwungvoll ein tolles Programm. Vielfach wurde deutlich, Karneval hat eine aufrührerische Tradition, sich gegen "die da oben" zu wehren. Eine Art Volksaufstand. Die Büttenrede ging auf die rebellischen Ursprünge des Karneval ein und nahm Merz aufs Korn und natürlich Trump. Freunde aus Köln steuerten einen gelungenen Sketch und Lieder bei. Ein weiterer Sketch schaffte es tatsächlich, Statistik im Karneval unterzubringen. Das sadistische Bundesamt lässt grüßen.
Stimmungsvoll war auch die Kostümprämierung: Die Jury war durch den Saal gegangen und hatte die schönsten Einzel- und Gruppenkostüme ausgewählt, deren Träger dann auf die Bühne gebeten wurden. Eine großartig gemachte Gruppe von Vogel Straußen, die bei der Vorstellung auch noch Eier legte; die Panzerknackerbande, die zugab, dass sie für den Bankraub in Gelsenkirchen-Buer verantwortlich war; eine dreiköpfige Wettervorhersage, ein Kardinal, Super Mario, ein Hippie, "die alltägliche Verwirrung", Charlie Chaplin und noch viele andere mehr stellten sich kurz und launig vor. Anschließend stimmte das Publikum via Applausometer ab. Die Panzerknacker gewannen, die Straußen belegten den zweiten Platz. Aber auch für fast alle anderen gab es kleine Geschenke und selbst gemachte Fastnachtsorden.
Ein Highlight des Abends war die Funkengarde der Gelsenkirchener Karnevalsgesellschaft Bismarker Funken. Bevor die jungen Damen das Publikum begeistern konnten, gaben Präsident Mario Wrobel und Trainerin Lisa Nierhoff einige Einblicke in ihre Aktivitäten. Auf diese Weise kam auch die alte Gelsenkirchener Bergbautradition auf die Karnevalsfeier, die vom Kultursaal Horster Mitte veranstaltet wurde. Die Funkengarde legte los und tanzte technisch gekonnt und mit viel Begeisterung. Der Saal tobte.
Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Gut gewürztes Hähnchen, krosse Pommes, leckere Krapfen, vor Ort frisch gebackene Pizza und andere Köstlichkeiten sorgten dafür, dass sich alle Närrinnen und Narren wohlfühlten.