Kurdischer Freiheitskampf

Kurdischer Freiheitskampf

Lasst uns Rojava gemeinsam verteidigen - Biji Rojava!

Eine Vielzahl fortschrittlicher internationalistischer Organisationen hat den Aufruf "Lasst uns Rojava gemeinsam verteidigen - Biji Rojava!" unterzeichnet und verbreitet ihn. Auch das Konsultativkomitee der Internationalen antiimperialistischen Einheitsfront gegen Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung (United Front) unterstützt ihn.

Lasst uns Rojava gemeinsam verteidigen - Biji Rojava!
Protest- und Solidaritätskundgebung für Rojava heute in Köln (rf-foto)

Seit dem 6. Januar hat die sogenannte Syrische Nationale Armee, die überwiegend aus Kämpfern des „Islamischen Staates" (IS) und vergleichbaren dschihadistischen Milizen besteht und Al-Sharaa untersteht, unter bewusster Missachtung sämtlicher zuvor geschlossener Vereinbarungen sowie unter Zurückweisung der Dialogbereitschaft der Autonomen Selbstverwaltung von Rojava eine umfassende, systematische und menschenverachtende Offensive begonnen. Diese Angriffe richten sich ausgehend von Aleppo gezielt gegen die Autonome Region Rojava.

 

Infolge dieser Angriffe wurden zahlreiche Zivilist:innen getötet und Tausende zur Flucht gezwungen. Kurdinnen wurden verschleppt und sollten versklavt werden; Kämpfer:innen der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) wurden schwer misshandelt und auf eine Weise ermordet, die eindeutig als Kriegsverbrechen einzustufen ist. Die Angriffe stellen nicht nur eine militärische Aggression dar, sondern zielen auf die ideologische Zerschlagung des in Rojava entstehenden gesellschaftlichen Modells, auf die dort lebenden Bevölkerungsgruppen sowie insbesondere auf Frauen als handelnde politische Subjekte.

 

Diese dschihadistischen Milizen haben sich seit Jahren nicht nur gegen Kurd:innen gerichtet, sondern auch Massaker an Alevit:innen, Drus:innen, Christ:innen und säkularen Muslim:innen in Syrien verübt. Sie verfolgen all jene Bevölkerungsgruppen, deren Glauben, Identität oder Lebensweise nicht ihrem reaktionären Weltbild entsprechen, und treiben das Land damit in eine neue Phase brutaler Barbarei. Demgegenüber haben die Völker Rojavas – allen voran kurdische Frauen – im Kampf gegen den IS nicht nur ihre eigene Existenz verteidigt, sondern einen historischen Widerstand geleistet, der die Würde der gesamten Menschheit verteidigte. Sie haben den IS in der Region militärisch besiegt. Dass eben jene dschihadistischen Kräfte heute Statue der Freien Frauen, ein Symbol dieses Widerstands gegen den IS, zerstören, während sie zugleich die IS-Gefängnisse, die unter Kontrolle der SDF stehen, stürmen und Tausende IS-Verbrecher freilassen, verdeutlicht den globalen Charakter der Bedrohung.

 

Diese Entwicklung gefährdet nicht nur Rojava, sondern die internationale Sicherheit insgesamt. Mit dem Versuch, das Al-Hol-Lager – in dem rund 50 000 IS-Angehörige und deren Familien interniert sind – einzunehmen, soll die Region gezielt ins Chaos gestürzt werden. Unterstützt werden diese Angriffe von einem reaktionären Bündnis aus US-, britischem und EU-Imperialismus, israelischem Zionismus sowie türkischem Kolonialismus. Diese Akteure verfolgen das Ziel, die Region im eigenen geopolitischen Interesse neu zu ordnen und die in Rojava entstandene Perspektive von Gleichberechtigung der Völker, Frauenbefreiung und demokratischem Zusammenleben zu ersticken. Dabei ist klar: Das Fortbestehen Rojavas ist nicht nur für die dort lebenden Völker von Bedeutung, sondern stellt einen historischen Bezugspunkt für den Kampf um Frieden, Freiheit und solidarisches Zusammenleben im Nahen Osten und weltweit dar.

 

Vor diesem Hintergrund rufen wir alle fortschrittlichen, demokratischen und emanzipatorischen Kräfte, alle Menschen, die für Frieden, Gleichheit und die Geschwisterlichkeit der Völker eintreten, dazu auf, Rojava zu verteidigen, die internationale Solidarität zu stärken und ihre Stimme gegen diese abscheuliche Aggression zu erheben. Wir, die unterzeichnenden Organisationen, erklären erneut unmissverständlich: Bis zum Aufbau eines demokratischen Syriens werden wir Rojava verteidigen und an der Seite der Völker Syriens stehen.