Europaweiter Aktionstag von Hafenarbeitern am 6. Februar
"Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg!" - Jetzt mit Flugblatt
"Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg!" Unter dieser Losung haben fünf Gewerkschaften aus Italien, Marokko, Griechenland, dem Baskenland und der Türkei die Initiative für einen europaweiten koordinierten Kampftag der Hafenarbeiter in ganz Europa und im Mittelmeerraum ergriffen.
Auch in Deutschland ist das Ziel, an möglichst vielen Häfen kämpferische Aktivitäten durchzuführen. Die MLPD unterstützt diese sehr bedeutende Initiative. Und wirbt und organisiert insbesondere in den Häfen in Hamburg, Bremerhaven und Rostock für eine Teilnahme mit Aktionen, Protestinitiativen, und Kundgebungen.
Schon seit Beginn des Ukrainekriegs 2022 und der menschenverachtenden imperialistischen und zionistischen Aggression Israels in Gaza seit Oktober 2023 standen immer wieder Hafenarbeiter in Griechenland und Italien an der Spitze des Kampfes gegen diese räuberischen Kriege. Es fanden Streiks, Blockaden und Proteste in den Häfen von Piräus und Genua statt. Aber auch landesweite Protesttage mit großer Unterstützung aus der Frauen- und Jugendbewegung. "Arbeiter schießt nicht auf Arbeiter" entwickelt sich zu einer bedeutenden Kampflosung. Auch in Rotterdam, Hamburg, und Stockholm haben sich Friedensaktionen, ausgehend von Hafenarbeitern und ihren Freunden, mit Mahnwachen, und Kundgebungen, zum Teil (symbolischen) Blockaden gegen den Transport von Kriegsgütern, entwickelt. In Deutschland entwickelt sich eine Friedensbewegung, die sich gegen die Militarisierung der Häfen in Bremerhaven, Hamburg oder Rostock wendet. Und auch gegen entsprechende NATO-Übungen.
Hafenarbeiter bilden zahlenmäßig einen kleineren Teil der europäischen Arbeiterklasse mit einigen Zehntausend Kolleginnen und Kollegen, die direkt an der Kaikante arbeiten. In Deutschland sind es zwischen 12.000 und 15.000 Hafenarbeiter in den See- und Binnenhäfen. Sie sind oftmals sehr gut gewerkschaftlich organisiert (in Deutschland in Ver.di). Gleiches gilt für die Seeleute in Griechenland, die dort mit ca. 5000 Mitgliedern in der Gewerkschaft PENEN organisiert sind.
Die MLPD unterstützt diesen Kampftag gegen Krieg angesichts der akuten Gefahr von Faschismus und der Vorbereitung eines imperialistischen Dritten Weltkriegs. Der Aufruf der Gewerkschaften für den 6. Februar richtet sich insgesamt gegen die Kriegswirtschaft und Aufrüstungsvorhaben in der EU, die Militarisierung von Häfen, und ist solidarisch mit dem palästinensischen Befreiungskampf.
"Diese Aufrüstungspläne werden von Reedern und Hafenbetreibern begrüßt, da sie verstärkte Automatisierung, Stellenabbau und Aushöhlung der Gewerkschaftsrechte leichter machen." Damit verbindet der Aufruf den Kampf der Hafenarbeiter um ihre soziale Lage, bei den Löhnen, Arbeitszeiten und für Arbeitssicherheit, mit dem politischen Anliegen gegen imperialistische Kriege. Hier gilt es am 6. Februar offensive Forderungen im Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz aufzustellen: nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, nach einer zehnprozentigen Ausbildungsquote bei Großbetrieben, nach unbefristeter Übernahme aller Auszubildenden entsprechend der Ausbildung. Das ist unverzichtbar angesichts der Tatsache, dass in Deutschland im Dezember 2025 die offizielle Arbeitslosigkeit auf einen Höchststand seit zwölf Jahren gestiegen ist!
Der 6. Februar kann so eine wichtige Station im Kampf zur Überwindung jeglicher Spaltung und zur Organisierung der Klassensolidarität werden. Gegen Rassismus, Sozialchauvinismus, Nationalismus und Faschismus. Krieg und Faschismus sind zwei Seiten einer Medaille!
Mit der Losung "europäische und Mittelmeerhäfen wieder zu Friedenshäfen zu machen" wird in dem Aufruf eine Illusion geschürt. Die Häfen in Europa und im Mittelmeerraum sind in der Hand großer Konzerne der Hafenkapitalisten, der Reedereien und von staatsmonopolistischen Strukturen. Waffentransporte sind seit vielen Jahrzehnten Alltag für die Schifffahrt und Häfen. Viele Atomtransporte, auch zur Versorgung von Atomkraftwerken und Wiederaufbereitungsanlagen, zählen dazu. Häfen, die wirklich das Ziel der Versorgung der Menschen mit Gütern für den Lebensbedarf, für eine solidarische Produktion, für eine würdige Arbeit und für den Schutz der Lebensgrundlagen verfolgen, erfordern eine revolutionäre Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau der von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft des Sozialismus.
Der Hafenkampftag bietet eine gute Gelegenheit dafür, aufzuzeigen, dass die Arbeiterkämpfe auch länderübergreifend ausgedehnt und organisiert werden müssen. So werden sie zu einer wichtigen Schule der internationalen Arbeitereinheit. Schon jetzt sind neue Verbindungen und organisierte Kontakte in der Vorbereitung dieses Tages entstanden Eine Woche vor dem Aktionstag haben sich über 90 Kolleginnen und Kollegen aus vielen Ländern an einem Webinar zur Vorbereitung des 6. Februar beteiligt.