Drohende globale Trinkwasserkatastrophe:
UN warnt vor globalem „Wasserbankrott“
Seen, Feuchtgebiete und Gletscher sind laut globalem Wasserbericht der Vereinten Nationen als Wasserreserven erschöpft oder unwiederbringlich verloren. Wegen der Unumkehrbarkeit der Verluste, spricht Kaveh Madani, der Direktor des UN-Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit, von einem „Wasserbankrott“.
Wasser ist immer häufiger durch Mikroplastik, Chemikalien, Medikamente, Pestizide und Fäkalien vergiftet. Sauberes und gesundes Wasser ist zum Trinken, für die Ernährung und Lebensmittelerzeugung überlebenswichtig. Eine drohende globale Trinkwasserkatastrophe muss verhindert werden!
Die Lage wird immer ernster. Mehr als die Hälfte der großen Seen weltweit haben seit Anfang der 1990er-Jahre Wasser verloren. Etwa zwei Drittel der großen Grundwasserleiter zeigen Rückgänge. Dutzende Flüsse fließen in bestimmten Monaten des Jahres nicht mehr zum Meer. Zwei Drittel des Süßwassers sind in den Gletschermassen und in Permafrostböden gebunden. Ein Drittel der Gletschermassen ist durch die Erderwärmung unwiederbringlich verloren. Durch die Störung der Wasserkreisläufe haben 3,6 Milliarden Menschen mindestens einen Monat pro Jahr nicht ausreichend Wasser, bis 2050 können es über fünf Milliarden werden. Zwei Milliarden Menschen leben auf Böden, die absinken, weil Grundwasserführende Schichten kollabieren.
Um Wasser gibt es 120 Konflikte weltweit
Die monopolistische Agrarindustrie plündert die Wasserreserven. 70 Prozent des Süßwassers werden in der Landwirtschaft genutzt. Die künstlich bewässerte Fläche wurde seit 1961 auf 20 Prozent der weltweiten Anbauflächen verdoppelt. In Punjap, der Kornkammer Indiens, fiel in einigen Regionen der Grundwasserspiegel in den letzten 30 Jahren durch die Bewässerung von Weizen und Reis um bis zu 40 Meter. Laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO stieg die globale Getreideproduktion von 2010 bis 2024 um 27 Prozent auf 3,1 Milliarden Tonnen. Die Gesamtfläche der wichtigsten Feldfrüchte erreichte 2024 rund 1,5 Milliarden Hektar, eine Fläche halb so groß wie Afrika.
Klar besteht ein höherer Bedarf an Lebensmitteln durch die gewachsene Weltbevölkerung. Unter kapitalistischen Vorzeichen werden aber durch die Massentierhaltung, Wasserverschwendung und Überdüngung, durch Spekulation und Vernichtung von Lebensmitteln die Umwelt und Ernährung der Menschheit gefährdet. 2024 hungerten 673 Millionen Menschen! Agrar-, Nahrungsmittel- und Handelskonzerne plündern die Länder und die Wasserreserven. Besonders betroffen vom Verlust des Süßwassers sind Asien, Nordafrika, der Nahe Osten und der Südwesten der USA. Treiber für eine neue Welle ist Landkauf („Landgrabbing“) und die damit einhergehende Aneignung von Wasserressourcen („Watergrabbing“) durch internationale Monopole oder imperialistische Staaten.
Industrie-Konzerne sind große Wasserschlucker
In Europa wird ein Viertel des Wassers im Agrarsektor genutzt, in Deutschland nur 3,5 Prozent. Den Großteil brauchen die Monopole der Chemie-, Nahrungsmittel-, Papierindustrie und der Braunkohlebergbau. 2024 schluckte die BASF 76 Millionen Kubikmeter und RWE im Braunkohlebergbau 500 Millionen Kubikmeter. 45 industrielle Schlachtbetriebe verbrauchen jährlich 11,5 Millionen Kubikmeter Wasser, soviel wie 250.000 Menschen. Empörend, ausgerechnet diese Konzerne zahlen teilweise nur 5 Cent pro Kubikmeter Wasser, die Massen drei bis vier Euro und sollen auch noch Wasser sparen.
Begonnene Umweltkatastrophe verschärft die Wasserkrise
Überschwemmungen und Dürren oft im abrupten Wechsel nehmen weltweit zu. Der normale Wasserkreislauf aus Verdunstung und Niederschlägen gerät zunehmend aus dem Takt. Spanien und Portugal sind ein Lehrbeispiel. Ein feuchtes Frühjahr begünstigte 2025 das Pflanzenwachstum, doch eine plötzliche, heftige Dürre ließ Böden und Vegetation austrocknen – schwere Waldbrände waren die Folge. Der Zwang zu intensiveren Bewässerung stieg, was die Vorräte weiter schrumpfen ließ. Flutkatastrophen folgten der Dürre. Durch die Überschwemmungen floss das Wasser schnell ab und wurde nicht gespeichert. Versiegelte und verdichtete Böden für Siedlungen, die Rodung von Wäldern und entwässerte Flächen verschärften das Problem. Große Teile Europas, das südliche Afrika, der Westen Nordamerikas und nördliche Bereiche Südamerikas entwickeln sich zu Hotspots landwirtschaftlicher Dürre.
Kampf der drohenden globalen Trinkwasserkatastrophe!
Wasser ist ein Menschenrecht. Deshalb fordert die MLPD gesundes und kostenloses Trinkwasser für alle. Die Privatisierung von Trinkwasserquellen sowie deren Plünderung durch Konzerne muss gestoppt werden, privatisierte Brunnen müssen entschädigungslos an die Kommunen rückgeführt werden. Ein verzweigtes System zur Erweiterung der (Trink-)Wasserreserven muss geschaffen und umfassende Maßnahmen zum Wassersparen durchgesetzt werden. Stopp dem Landgrabbing! Abkehr von Monokulturen und Anbau von hitzeresistenten Pflanzen mit geringem Wasserverbrauch. Die MLPD hat einen kämpferischen und gesellschaftsverändernden Plan! Weitere umfassende Forderungen findet man im Kampfprogramm der Sofort- und Schutzmaßnahmen gegen die globale Umweltkatastrophe, auch wie man den Verursachern der latenten Existenzkrise der Menschheit grundsätzlich das Handwerk legt.