Vor dem Mercedes-Tor in Stuttgart
Das verstehen die Faschisten von „Zentrum“ unter „Demokratie“
Wir beiden Rote Fahne-Verkäufer machten am 10. Februar einen Einsatz zur Verbreitung der Broschüre „Wie moderne Faschisten die Gewerkschaften zerschlagen wollen und wie wir das verhindern“1. Dazu hatten wir ein Plakat gemacht, auf dem wir das ankündigten, mit der Überschrift: „Keine Stimme für 'Zentrum' bei den Betriebsratswahlen!“
Obwohl das Motorenwerk Bad Cannstatt, vor dessen Tor wir seit langem stehen, inzwischen zu einem Einflussgebiet der faschistischen Betriebsorganisation „Zentrum“ gehört, will die Mehrheit der angesprochenen Kolleginnen und Kollegen diese nicht wählen. Allerdings unterschätzen die meisten, warum diese Kräfte heute durchaus ihren Einfluss in den Belegschaften von Konzernbetrieben ausweiten können und welche Gefahr davon für die Arbeiterbewegung ausgeht.
Manche Kollegen nahmen die Broschüre gegen einen Spendenpreis von einem Euro erst mit, als sie verstanden: In einer Situation, in der die Automobilarbeiter sich große Sorgen um ihre Zukunft machen, will die AfD mithilfe von „Zentrum“ in den Betrieben breiter Fuß fassen. Sie kommen dazu nicht als offene Faschisten oder offene Rassisten daher, sondern als „Kümmerer“ und als diejenigen, die die Probleme und Kritiken der Arbeiter offen ansprechen würden.
Damit vernebelt „Zentrum“, dass sie sich nicht mit dem Vorstand anlegen wollen, um im Kampf Verbesserungen für alle Beschäftigten durchzusetzen. Und dass sie nicht auf unserer Seite stehen, wenn sie uns spalten und die Gewerkschaften zerschlagen wollen.
Natürlich gab es auch einige bekennende Anhänger von „Zentrum“: sei es, „weil deren Betriebsräte mir geholfen haben“, oder angeblich „die IG Metall mit ihrem Verbrenner-Verbot zum Arbeitsplatzabbau beiträgt“. Anders die Hardliner: So machte ein Kandidat auf der "Zentrums"-Liste mit seinem Handy ein Bild von unserem Plakat. Zur Rede gestellt, behauptete er: „Das ist undemokratisch, was ihr da macht!“ Welches Demokratieverständnis „Zentrum“ hat, machte kurze Zeit später Vural Baran deutlich (auf Platz sieben der Liste). Er zerriss unser Plakat und ließ sich trotz unserer Proteste nicht davon abhalten, dieses in den Betrieb hineinzunehmen.
Ein Vorgeschmack, was auf uns zukommen könnte, wenn diese Faschisten in Deutschland an die Regierung kommen sollten. Das muss gemeinsam verhindert werden! Und dazu muss eine solche antifaschistische Aufklärungsarbeit im Zusammenhang mit den bevorstehenden Betriebsratswahlen verstärkt werden, die bei Mercedes in Stuttgart bereits am 5. / 6. und 9. März stattfinden.