Ostermarsch
Dresden: Gegen Faschisten und "Querfront" Flagge gezeigt - trotz allgemeinem Fahnenverbot
Etwa 300 Menschen beteiligten sich am Ostermontag am Ostermarsch in Dresden (eigene Zählung). Waren es am Anfang noch weitgehend ältere Menschen aus dem Spektrum der Initiative „Dresden – Stadt des Friedens“, kamen dann viele jüngere Leute.
Das Spektrum der Redner brachte berechtigte Anliegen zur Sprache: gegen die neue Wehrpflicht, gegen Militarisierung und Hochrüstung, für internationale Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Dieser Beitrag erhielt sehr viel Beifall.
Neben der völlig berechtigten Anklage an die zionistische Regierung Israels wurde allerdings die falsche Einschätzung verbreitet, die USA führten einen „kolonialen Krieg“. Das legt nahe, dass man folgerichtig den Iran in einem „antikolonialen“ Befreiungskampf unterstützen müsse. In Wirklichkeit ist dieser Krieg ein zwischenimperialistischer Krieg!
Der Ostermarsch war für Dresden etwas Neues und grenzte sich bewusst von einem als „Friedensmarsch“ getarnten "Querfront"-Projekt ab, zu dem neben einer „Friedensinitiative Dresden“ auch die Faschisten der „Freien Sachsen“ aufrufen.
Allerdings warnte der Aufruf nur vor „rechten Akteuren“, statt die Faschisten beim Namen zu nennen. Die Mehrheit im Veranstalterkreis hatte sich dazu entschlossen, ein strenges Fahnen- und Symbolverbot nicht nur für Parteien, sondern für alle „Organisationen“ zu verhängen.
Das entsprang einer opportunistischen Illusion, mit der Präsenz faschistischer Symbole in der Dresdner Friedensbewegung gewissermaßen durch Schweigen fertig zu werden. Die Dresdner MLPD hatte dagegen argumentiert. Um die Demagogie der Faschisten, die sich als Friedensengel präsentieren, zu durchschauen, braucht es klare Kante, muss sichtbar sein, wer, was vertritt. Trotzdem hat sich dieses Fahnen- und Symbolverbot dieses Mal noch durchgesetzt. Das ging so weit, dass die Versammlungsleitung aufforderte, zwei Fahnen Kubas einzurollen. Diese sollten aber die antiimperialistische Solidarität mit dem vom US-Imperialismus bedrohten Land ausdrücken.
Der Ostermarsch war ein wichtiger Beginn einer Friedensbewegung auf antifaschistischer Grundlage in Dresden - und zugleich besteht noch großer Klärungs- und Einigungsbedarf!