Ostermarsch

Ostermarsch

Rostock: Kämpferisch, links und von der Jugend geprägt

Auch in Rostock gingen wieder Hunderte beim Ostermarsch für den Frieden, gegen Militarisierung und Wehrpflicht, auf die Straße.

Von einem Korrespondenten des REBELL Rostock
Rostock: Kämpferisch, links und von der Jugend geprägt
Der Ostermarsch machte auch am Unicampus an der Ulmenstraße halt (rf-foto)

Wie im letzten Jahr gab es zwei Ostermärsche. Wobei der "Querfront"-Ostermarsch der sich selbst so nennenden „Friedensbewegung Rostock“ nicht zur traditionellen Ostermarsch Bewegung gezählt werden darf. Dass Faschismus und Weltkriegsvorbereitung Hand in Hand gehen, wird geleugnet und Frieden über alle Klassengrenzen propagiert.

 

Im Gegensatz dazu positionierte sich das Rostocker Friedensbündnis klar antifaschistisch und rief auf, ein Zeichen für Entmilitarisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie grenzenlose Solidarität zu setzen.


170 Leute, etwa die Hälfte Jugendliche, zogen kämpferisch und lautstark durch die Stadt. Sprechchöre wie „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft! – NEIN zur Wehrpflicht! – Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt! - Hoch die internationale Solidarität!“ wurden immer wieder skandiert.

 

Der Ostermarsch wurde dieses Mal von einem breiteren Bündnis aus mindestens acht überwiegend linken Organisationen, Parteien und Gruppen organisiert. Neben uns vom Jugendverband REBELL nahmen auch andere Jugendorganisationen teil, wie z. B. die „Rote Jugend“ und Jugendliche aus der Bewegung "Schulstreik gegen Wehrpflicht".


Entsprechend waren auch die Redebeiträge und Vorstellungen für den Weg zum Frieden vielseitig und beschränkten sich nicht nur auf die zunehmende Militarisierung von Rostock mit seinem Marinestützpunkt und dem Ausbau des Seehafens zum Umschlagsplatz für Waffen und Truppen im Ostseeraum. Kritisiert wurden auch die maßlose Aufrüstung und die davon ausgehende Weltkriegsgefahr durch die zahlreichen imperialistischen Kriege wie in der Ukraine und jetzt im Iran.

 

Eine Schülerin vom Schulstreik gegen Wehrpflicht griff die Bundesregierung an, die Milliarden an Geldern in Waffen steckt statt in Klimaschutz, Bildung und Infrastruktur: „Pistorius will Kriegstüchtigkeit, wir wollen Frieden“, sagte sie. Ein Vertreter der IPPNW (Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung) zeigte die aktuelle Bedrohung durch die neue Atomrüstung auf, die ungleich größer sei als in den Hochrüstungszeiten der 1980er-Jahre.


Eine Iranerin verurteilte den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran. Er diene keineswegs der Befreiung der Menschen, sondern treffe vor allem Frauen und Mädchen, wie die Bombardierung einer Mädchenschule zeige.


Sie rief zum gemeinsamen Kampf der Völker des Nahen Ostens gegen die Kriegstreiber auf. Auch MLPD und REBELL ergriffen das Wort und riefen zur weltweiten Front gegen Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung auf und propagierten die vereinten sozialistischen Staaten der Welt als einzige Alternative zum Untergang der Menschheit in einem Dritten Weltkrieg.

 

Alles in allem war das ein erfolgreicher antiimperialistischer Ostermarsch, den wir mit einem kleinen Picknick mit „Friedenseiern“ gemeinsam beendeten.

 

Die Ostsee-Zeitung berichtete in ihrem Liveticker ausführlich über unseren Ostermarsch