Umwelt
Erdüberlastungstag markiert eine Beschleunigung der globalen Umweltkatastrophe!
Der Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag) markiert den Tag im Jahr, an dem alle natürlichen Ressourcen verbraucht wurden, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. In Deutschland war es am 10. Mai 2026 soweit.
Ab diesem Zeitpunkt wurden vom BRD-Imperialismus mehr Ressourcen verbraucht als die Erde wieder herstellen kann. Würde in allen Ländern so viele Ressourcen verbraucht wie durch den BRD-Imperialismus, bräuchten wir 2,8 Erden.
An der Spitze der Überausbeutung der natürlichen Ressourcen steht Katar. Es erreichte seinen nationalen „Overshoot Day“ bereits am 4. Februar, die USA Mitte März. China folgt Ende Mai. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verbraucht Deutschland vor allem durch den nach wie vor hohen Einsatz fossiler Energien deutlich zu viele Ressourcen. Deutschland gehört zu den Top 15 Ländern mit den höchsten direkten und indirekten Treibhausgasemissionen. Die Hauptverursacher sind energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung, wie der BUND mitteilte. „Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig“, erklärte der Vorsitzende Bandt. (Deutschlandfunk 10.5.26)
Wer ist "wir"?
Damit hat er einerseits Recht, nimmt allerdings durch sein „Unser“ zugleich die imperialistische Profitwirtschaft als Hauptverantwortlichen aus der Schusslinie. Es sind doch nicht allgemein die Menschen, sondern die kapitalistische Produktionsweise, die die natürlichen Ressourcen verbraucht, aber nicht wiederverwertet und erneuert und damit mutwillig die Lebensgrundlage der Menschheit zerstört. Die kapitalistische Konkurrenz hat auf Grundlage der chronischen Überakkumulation des Kapitals die Qualität einer weltweiten Vernichtungsschlacht angenommen, die akute Weltkriegsgefahr verschärft und mit ihr die globale Umweltkatastrophe. Völlig außen vor bleibt bei der Analyse des BUND zum Erdüberlastungstag auch, dass inzwischen die Klimakatastrophe so weit fortgeschritten ist, dass sich die Erde auch ohne menschliches Zutun weiter erhitzt. Wissenschaftlich unstrittig ist, dass die Zunahme regionaler Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürme und Monster-Waldbrände Folgen der raschen globalen Erhitzung sind und diese Entwicklung durch die imperialistischen Kriege noch weiter verschärft wird. Ebenso sterben durch Hitze, Dürre und Mangel an sauberem Wasser Millionen Menschen.
Die MLPD fordert als Sofortmaßnahme die schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Das ändert jedoch nichts an der kapitalistischen Produktions- und Konsumptionsweise, die gesetzmäßig und systematisch den Raubbau an den Lebensgrundlagen der Menschheit fortsetzen wird: Produziert wird nicht, was gebraucht wird, sondern was man mit größtmöglichem Gewinn verkaufen kann, und die Kunden sollen schnell verbrauchen, immer die neuesten Produkte besitzen. Überausbeutung der Ressourcen ist deshalb die Regel, keine Ausnahme. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) erklärte dieser Tage offen, Umweltschutz solle es zukünftig nur noch soweit geben, wenn damit die Wirtschaft Geld verdienen könne. Also Schluss mit der Illusion einer Vereinbarkeit von kapitalistischer Ökonomie und Ökologie. Im Zuge der verschärften Rechtsentwicklung der Bundesregierung und EU steuern sie zu einer offen reaktionären Umwelt- und Energiepolitik und schleifen ungeniert Maßnahmen des Umweltschutzes. Mit dem jüngsten Vorstoß von Reiche, dass die Netzbetreiber alleine entscheiden, ob sie zugebaute erneuerbare Energieanlagen ans Netz anschließen oder nicht, wird die Energiewende regelrecht sabotiert.
Wer die Umwelt retten will, muss ihre Feinde bekämpfen
Gegen das erwachende Umweltbewusstsein richtet sich eine weltweite Kampagne reaktionärer bis faschistischer Klimaleugner. Sie leugnen dass es überhaupt ein Problem mit dem „Menschen gemachten Klimawandel“ gibt und warnen vor einem angeblichen „Klimaalarmismus.“ Für das modern-faschistische Weltbild der AfD, nach uns die Sintflut, gibt es keinen Erdüberlastungstag. Ihr geistiges Vorbild: der faschistische US-Präsident Donald Trump. Dieser kündigte umgehend nach seiner Amtsübernahme das Pariser Klimaabkommen, bezeichnete die Erkenntnisse zur Klimakrise als „größten Schwindel“. Am 12. Februar hob er die sogenannte Gefährdungsfeststellung („Endangerment Finding“) auf. Diese ist die juristische Grundlage für Klima- und Umweltschutzverordnungen in den USA. Darauf aufbauende Grenzwerte im Straßenverkehr oder für fossile Kraftwerke sind damit jetzt nichtig. Er wies das US-Militär an, Kohlestrom zu beziehen und stoppte fast fertige Windparks.
Die weltweiten CO2-Emissionen stiegen 2025 auf 38,1 Milliarden Tonnen. Der Umweltkampf heute muss als Teil der Einheitsfront gegen Faschismus, Krieg und Umweltkatastrophe und als gesellschaftsverändernden Kampf mit der Perspektive echter Sozialismus geführt werden. Zusammenkommen müssen der aktive Volkswiderstand, der internationale kämpferische Zusammenschluss, gemeinsame Bewusstseinsbildung und eine breite Strategiediskussion. In den aktuellen Kämpfen in der Stahl- und Automobilindustrie sowie im Bergbau ist die Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung nötig - in Verbindung mit dem Kampf um demokratische Rechte und Freiheiten. Diesen Zielen dient auch der internationale Umweltratschlag, der für den Herbst 2026 vorbereitet wird. Auch das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen im Revierpark Nienhausen in Gelsenkirchen wird mit seinen Workshops und Gesprächsrunden eine gute Gelegenheit sein, die Strategiediskussion in der Umweltbewegung und die Entwicklung des sozialistischen Jugendbewegung weiter voranzutreiben.