Pfingstjugendtreffen

Pfingstjugendtreffen

Gesprächsrunde: Warum ich Brigadist oder Brigadistin in Gaza werde ...

Mit dem Schwung von der Jugenddemonstration vor dem Pfingstjugendtreffen kamen 50 gespannte und neugierige Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu der Gesprächsrunde mit Monika Gärtner-Engel.

Korrespondenz

Monika Gärtner-Engel ist Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR, war Koordinatorin der Kobane-Brigaden in Rojava und ist führende Koordinatorin des Solidaritätspakts mit dem Al-Awda-Krankenhaus in Gaza. Sie berichtete über die neuesten Informationen aus Gaza. Regelmäßig kann die ICOR Video-Calls mit dem Team vom Al-Awda-Krankenhaus machen, um den neuesten Stand zu erfahren.

 

Im Moment sind die wahnsinnig überteuerten Preise für Lebensmittel oder auch zum Reparieren von Equipment des Krankenhauses ein großes Hindernis. Ein großes Problem ist auch die Plage durch Ratten, streunende Hunde und Insekten, die es so in Gaza bisher nie gegeben hat. Gleichzeitig gibt es auch gute neue Nachrichten: Es wird aus mehreren ICOR-Ländern an der Möglichkeit gearbeitet, Baumaterial in Ägypten zu lagern oder dort zu kaufen. Das wird den zukünftigen Baubrigaden die Möglichkeit geben, schnell mit dem Bau loszulegen, sobald es die Möglichkeit dazu gibt. Es gibt inzwischen für alle Brigaden Arbeitsgruppen und auch AG-Leiter, die sich mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in Verbindung setzen werden und sie auf dem Laufenden halten.

 

Das Wichtigste ist die Vorbereitung des professionellen Baus, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorbereitung der kulturellen Antitrauma-Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gaza wird schon engagiert vorangetrieben. Die Partner von Al Awda betonen immer wieder: Wir haben mit vielen großen NGOs aus aller Welt Kontakt. Aber ihr seid etwas Besonderes. Ihr verbindet eure solidarische Hilfe mit einer intensiven Aufklärungsarbeit in Deutschland. Das wissen wir sehr zu schätzen. In der anschließenden kurzen Diskussion konnten die Teilnehmer ihre konkreten Fragen loswerden.

 

Hashem Quasem, ein Sprecher der Organisation "Palästina muss leben", sagte in der Diskussion: „Ich komme ursprünglich aus Palästina und stehe jeden Tag telefonisch in Kontakt mit meinen Leuten. Jede Aktion, die wir hier in Deutschland machen, wird dort aufmerksam registriert, und in Gaza sind sie stolz darauf. Ich kann euch versichern, jeder Euro, den ihr an Spenden sammelt, ist wertvoller als die Millionen, die aus den Emiraten oder Katar kommen. Mir geben die Telefonate immer Kraft, denn ich sehe, dass die Palästinenser nie aufgeben werden. Sie kämpfen nicht nur ums Überleben, sie bauen Bildungsarbeit wieder auf, sie tanzen und haben eine Musikschule gegründet. Ich habe den Plan, dass wir im September ein gemeinsames Zoom-Konzert mit Musikgruppen aus Deutschland und den Künstlerinnen und Künstlern dieser Musikschule machen können. Das wird die Herzen bewegen."

 

Im Moment kann niemand sagen, wann die Brigaden in Gaza tatsächlich loslegen können. Aber wir bleiben bei unserem Versprechen, dass wir zu jederzeit top vorbereitet sind. Die vielen Fragen der Brigadisten zeigen, wie sehr sie darauf brennen, in Gaza praktisch anzupacken. Die Brigadisten bleiben weiter in Kontakt, werden informiert und gewinnen neue Aktivisten.