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Streckensperrung: Sitzenbleiben? Aufstehen!

Bahnstrecke Bremen–Hamburg bei Sprötze/Buchholz, Pfingstmontag 2026: Dritter Oberleitungsschaden seit Beginn 2026 im Großraum Hamburg, wie sich ein Fahrgast erinnerte.

Korrespondenz
Streckensperrung: Sitzenbleiben? Aufstehen!
(foto: Reinhard Dietrich (CC BY-SA 4.0))

Der frühere Bahnchef Hartmut Mehdorn hat die Bahn so sehr ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, dass es heute kaum Reserven für sofortige Reparaturen gibt. Trotz alledem: gute Stimmung durch Lieder, die einer von uns anstimmte, und die darauf folgende Auseinandersetzung. Wir waren mittendrin – eine Reisegruppe von sechs Leuten, die vom Internationalen Pfingstjugendtreffen zurückkam.

 

Die Situation wurde nach einer Stunde Wartezeit kritisch, zumal es sehr heiß war. Wasser für alle? Für ICE-Fahrgäste selbstverständlich! Sind wir als Nutzer des Deutschlandtickets Fahrgäste 3. Klasse?

 

Einer von uns ergriff das Wort und brachte die Anliegen der Fahrgäste auf den Punkt: Sofortige Versorgung mit kostenlosem Wasser! Sofortige Bereitstellung des Schienenersatzverkehrs mit Vorrang für Ältere, Kranke und Kinder. Vollständige, transparente Information

 

Er stellte im Laufe der Diskussion diese Forderungen zur Abstimmung. Eine Waggon-Hälfte stimmte mehrheitlich dafür, die andere enthielt sich mehrheitlich: „Ein sofortiger Schienenersatzverkehr ist an einem Pfingstwochenende unrealistisch.“ – „Aber die Schwächsten müssen sofort geschützt werden.“ – „Die Anliegen sind richtig, aber wir können doch nichts bewirken!“ – „Vor Jahrzehnten wurde z. B. eine Fahrpreiserhöhung von 10 Pfennig in Bremen durch Massenproteste zu Fall gebracht.“ Selbstzweifel sind ein schlechter Ratgeber, gerade in so einer Situation! Das wirkte auch auf die Zweifelnden. Einige stiegen aber auch aus; eine Familie, um ihre Kleinkinder zu schützen.


Doch wer ist der Gegner? Ein Fahrgast fand heraus: Ein Metronom-Zug war zwar unmittelbar betroffen vom Oberleitungsschaden. Aber die für die Infrastruktur verantwortliche DB InfraGO gehört zur Deutschen Bahn; die Deutsche Bahn AG ist zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes. Mit dem Zugpersonal fand ein Austausch auf Augenhöhe statt.


Die Diskussion ging jetzt um die praktischen Erfahrungen, dass die Bundesregierung die Gelder für die Daseinsvorsorge der Menschen streicht, aber 500 Milliarden für die Aufrüstung zum Krieg eingesetzt werden können. Erfahrungen aus dem "Schulstreik" gegen die Wehrpflicht wurden vorgebracht, aber auch der Sozialismus als gesellschaftliche Alternative. Dass die AfD keine Alternative zum Kapitalismus ist, fand breite Zustimmung. Ein Exemplar des Rote Fahne Magazins wechselte den Besitzer, es gab Gespräche über die MLPD und über das 22. Internationale Pfingstjugendtreffen.

 

Eine schlechte Situation wurde in ein Gemeinschaftsgefühl und in gehobene Stimmung umgewandelt. Bei uns war das sicher auch inspiriert vom Pfingstjugendtreffen, wo wir schnell erlebt haben, wie man das Bewusstsein und die Bewegung nach vorn bringt. Viele Krisen – eine Lösung: Sozialismus!