Wer ist schuld an der der Krise von VW?

Wer ist schuld an der der Krise von VW?

Spurenverwischung durch „Autopapst“ Dudenhöffer

Hunderttausende sind empört über die dreisten Pläne der VW-Manager, 100 000 Arbeitsplätze vernichten zu wollen, und haben den Kampf dagegen begonnen.

Von cg

Ausgerechnet am 8. Juli, dem Tag unter der Losung “Ab 8. Juli: Mitbestimmung durch Streik“, versucht der sogenannte „Autopapst“ F. Dudenhöffer, VW aus der Schusslinie zu nehmen. Dudenhöffer, vor seiner „wissenschaftlichen“ und medialen Karriere Manager bei Opel, Porsche, Peugeot und Citroen, äußert einfühlsam Verständnis, dass das VW-Management die reinen Elektroauto-Werke in Emden und Zwickau schließen will: VW hätte keineswegs die Elektromobiltät verschlafen. Dass deren Auslastung hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, läge vielmehr an der EU-Kommission in Brüssel, die leider „deutliche Kurskorrekturen“ an den hehren Ziele für mehr Elektromobilität vorgenommen habe: „Die Autobauer sind erst gejagt worden ins Elektroauto und dann hat man sie hängen gelassen“. (1)

 

Die Armen! Aber hoppla, war da nicht was? Gab es da nicht im im Sommer 2022 das berüchtigte „Porschegate“? Der damalige Porsche-Chef Blume hatte sich öffentlich gerühmt: "Wir haben sehr großen Anteil, dass die E-Fuels in den Koalitionsvertrag miteingeflossen sind. Da sind wir ein Haupttreiber gewesen ... Der Christian Lindner (2) hat mich in den letzten Tagen fast stündlich auf dem Laufenden gehalten." (3) Blume wollte damals unter dem Schlagwort „Technologieoffenheit“ die zumindest aus damaliger Sicht für Porsche profitable Vebrennertechnologie noch möglichst lang am Leben halten. Er spekulierte darauf, dass die zahlungskräftige Porsche-Kundschaft sich das sündhaft teure E-Fuel leisten würde. Dass es extrem umweltschädlich ist – geschenkt!

 

Und ganz in diese Sinne hatten später die deutschen Autokonzerne mit Hilfe ihrer Bundesregierung und der CDU/CSU in Europa diese „Kurskorrekturen“ zugunsten von mehr Verbrennertechnologie auch in der EU durchgeboxt. Eine anschauliche Bestätigung der Aussage im Parteiprogramm der MLPD: „Die hier ansässigen internationalen Übermonopole … haben sich den Staat vollkommen untergeordnet, und die Organe des Monopolkapitals sind mit den Organen des Staatsapparates verschmolzen“.

 

Doch auch diese scheinbar übermächtige Allianz von Kapital und bürgerlicher Politik hat sich verzockt: Die Autokunden wollen zunehmend Elektroautos. Von Januar bis Mai 2026 lag in Deutschland der Anteil der Neuzulassungen an Elektro- und Hybridautos bei 35 Prozent. In Europa stiegen deren Verkäufe allein im April 2026 um 27 Prozent. Noch schwerer wiegt der Einbruch der deutschen Automonopole auf dem chinesischen Markt: So verlor VW in China 14,8 Prozent seines Gesamtumsatzes! Hintergrund ist die Vernichtungsschlacht auf dem Automobilmarkt. Für die haben alle Automonopole auf spekulativer Grundlage große Kapaziäten aufgebaut.

 

Die vom angeblichen „Autopapst“ Dudenhöffer beklagten“deutlichen Kurskorrekturen“ durch die EU verharmlosen und verschleiern daher lediglich das grundlegende Problem: Der staatsmonopolistische Kapitalismus ist unfähig, eine nachhaltige Planung der Produktion im Einklang von Interessen der Massen, Schutz der natürlichen Umwelt und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Höchste Zeit für eine sozialistische Gesellschaft, in der das planmäßig möglich gemacht werden kann!