Zig-Tausendfache Diskussionen, tausendfaches Ringen: Selbständig anfangen!

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Wichtiger Auftakt der Bewegung „Mitbestimmung durch Streik“

Heute hat die Bewegung „Ab dem 8. Juli: Mitbestimmung durch Streik“ erfolgreich begonnen. An den Standorten vor allem von VW, Audi und Mercedes-Benz wurde intensiv diskutiert, gerungen und teils gehandelt.

Von Korrespondenten/Pw
Wichtiger Auftakt der Bewegung „Mitbestimmung durch Streik“
Gesehen heute vor VW-Hannover (rf-foto)

Die ersten Berichte zeigen: Überall wird deutlich, dass die Belegschaften nicht länger abwarten wollen. Es gab kämpferische Pausenversammlungen von bis zu 20 Kollegen, teils bis zu 30 Minuten in der Arbeitszeit.

 

Bei Audi Neckarsulm hat mindestens eine Versammlung stattgefunden, auf der eine Entschließung gegen die Werksschließung gegen den VW/Audi-Vorstand beschlossen wurde.

 

Bei Mercedes-Benz in Düsseldorf fand eine selbstorganisierte Pausenversammlung in der neuen Reihe „Rebellische Mittagspause“ statt. Die Kollegen diskutierten markenübergreifende Solidarität zwischen VW- und Mercedes-Belegschaften und erklärten sich solidarisch: „Es ist unser gemeinsamer Kampf als Klasse gegen die Ausbeutung durch die Monopole und den Staat.“

 

Sie berieten auch konkret, wie beim nächsten Mal noch mehr Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden können und wie gegen die Repression der Werkleitung vorgegangen wird. Diese hatte das Recht auf Information beim Betriebsrat als „unrechtmäßig“ diffamiert und wollte sogar eine ganze Stunde Lohn abziehen – obwohl es real nur etwa 15 Minuten nach der Pause in die Arbeitszeit ging.

 

In Emden erklärten viele Kolleginnen und Kollegen bei Gesprächen, dass „eigentlich gestreikt werden müsste“. Viele halten noch die gewerkschaftliche "Friedenspflicht" und das enge deutsche Streikrecht zurück, doch der Wunsch nach einer starken betrieblichen Organisation wurde deutlich. Ähnliche Stimmungen kamen aus Hannover, Braunschweig und Zwickau: Große Zustimmung zur Losung „Abwarten ist der Tod“ und hoher Gesprächsbedarf.

 

Bei Audi in Neckarsulm führte das neu gegründete Widerstandskomitee eine Kundgebung vor dem Werkstor mit rund 40 Teilnehmern durch. Interessant: Immerhin fand die Kundgebung keine fünf Meter vom Tatort der Polizeigewalt vor einigen Tagen statt. Die Korrespondenten schreiben: "Da es sich aus unserer Überzeugung die ganze Zeit um öffentliches Gelände gehandelt hat, wenn auch im Besitztum der AUDI AG, meldeten wir heute beim Ordnungsamt eine Kundgebung an der Bushaltestelle vor Audi an. Prompt hatte das deshalb zuständige Ordnungsamt – wenn auch mit einigen Windungen und Wendungen - die Kundgebung genehmigt, so dass die Polizei heute in der Pflicht stand, unsere Versammlung gegen den Werksschutz zu schützen. Ein Beweis mehr für die Rechtmäßigkeit des Verhaltens der Verteilerinnen und Verteiler der Kollegenzeitung und Verkäufer der Roten Fahne in den letzten Wochen."

 

Trotz Polizeiaufgebot und Werkschutz kamen viele Kolleginnen und Kollegen, zeigten gestreckte Daumen aus den Autofenstern oder beteiligten sich aktiv. Rednerinnen und Redner brachten Erfahrungen aus Kassel, Göppingen oder Stuttgart ein, kritisierten die geplanten Schließungen von bis zu 32 Automobilwerken in Europa und forderten den Sechs-Stunden-Tag. Ehemalige Audianer versprachen volle Unterstützung. Die Aktion wurde zu Recht als guter „Anfang“ gewertet, der langen Atem und viel Kampfkraft erfordert.

 

Von den Verteilerinnen und Verteilern der Kollegenzeitungen (u.a. „Vorwärtsgang“) gab es ebenfalls positive Rückmeldungen. Viele Kolleginnen und Kollegen sind interessiert an weiteren selbständigen Aktivitäten und wollen die gewerkschaftlichen Proteste am 9. und 10. Juli aktiv mittragen.

 

Noch kam es nicht zu größeren selbständigen Streiks – aber ein Anfang ist gemacht.Wenn jetzt jemand meckert, dass solche Aktionen den Betriebsfrieden stören, sei ihm gesagt: Die Vorstände haben den "Betriebsfrieden" gestört – mit ihren Plänen zu  Werksschließungen, Massenentlassungen und der systematischen Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen!

 

Es ist auch ein Erfolg der Bewegung „Mitbestimmung durch Streik“, dass der IG-Metall-Vorstand morgen zu einem gewerkschaftlichen Aktionstag bei VW aufruft. Auch bei Mercedes wird es verschiedenste Proteste geben. In Stuttgart findet ein großer gewerkschaftlicher Autokorso statt. Es gilt jetzt, breit zur kämpferischen Teilnahme an den gewerkschaftlichen Aktionen zu mobilisieren. Die gewerkschaftlichen Aktionen sollten im Sinne der Losung „Mitbestimmung durch Streik“ mit selbständigen Elementen verbunden und gegebenenfalls zu selbständigen Streiks weiterentwickelt werden.

 

Wichtig ist auch die Auswertung der letzten Tage: Welcher Kampf um die Denkweise wurde geführt? Was waren die besten Argumente? Wie gewinnen wir noch mehr neue Träger selbständiger Kämpfe? Wie bereiten wir das nächste Mal noch besser vor? Wie führen wir Pausenversammlungen systematisch weiter? Wie stärken wir jetzt die Betriebsgruppen der MLPD?

 

Es waren schon jetzt gute Tage des Trainings der Arbeiteroffensive und nun heißt es: Dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben!

 

Aktualisiert um 21.30 Uhr

 

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