VW und Audi
Die New York Times berichtet über VW und die MLPD
Der Generalangriff von Monopolen und Staat auf die Arbeiter in Deutschland und deren Kampf zieht weite Kreise. Am 9. Juli berichtete die New York Times unter der Überschrift "Volkswagen streicht angesichts sinkender Absatzzahlen die Hälfte seiner Modelle". Rote Fahne News dokumentiert Auszüge aus dem übersetzten Artikel.
Der deutsche Automobilhersteller hat Schwierigkeiten, sich gegen schnell wachsende chinesische Unternehmen zu behaupten, die erschwinglichere und technisch ausgereiftere Elektrofahrzeuge anbieten.
Volkswagen kündigte am Donnerstag an, die Zahl der angebotenen Modelle um bis zu die Hälfte zu reduzieren, um Kosten zu senken und im Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen besser bestehen zu können. Der deutsche Autobauer ließ jedoch offen, welche Auswirkungen diese Änderungen für die Belegschaft haben würden, die sich bereits auf massive Stellenstreichungen und Werksschließungen eingestellt hatte. (...)
Berichten der deutschen Presse zufolge hatte sich das Unternehmen in den vergangenen Tagen darauf vorbereitet, bis zum Ende des Jahrzehnts 100.000 Arbeitsplätze abzubauen und vier Werke in Europa zu schließen.
Derart drastische Einschnitte wären untypisch für Volkswagen und die deutsche Industrie, die eher schrittweise Veränderungen bevorzugen. Arbeitnehmervertreter und Politiker aus dem Bundesland Niedersachsen halten die Mehrheit im 20-köpfigen Aufsichtsrat des Unternehmens und hatten signalisiert, dass sie keine tiefgreifenden Kürzungen unterstützen würden. (...)
„Wenn Audi stirbt, stirbt hier alles“, sagte Cayli Halin (54), die im Prüfzentrum des Werks arbeitet. (...)
Die Befürchtung von Werksschließungen hat in Deutschland für Unruhe gesorgt; hier genießt die Automobilindustrie – und insbesondere Volkswagen – einen hohen Stellenwert im nationalen Bewusstsein und bildet eine tragende Säule der Wirtschaft. (...)
Die schwierige Lage der deutschen Automobilindustrie hat rechtsextremen und linksextremen Parteien im Land Auftrieb gegeben. Am Audi-Standort Neckarsulm verteilten Mitglieder der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) kürzlich Flugblätter, in denen sie die Belegschaft zu einem nicht genehmigten Warnstreik gegen mögliche Schließungen aufriefen.
Kommunalpolitiker und Unternehmer in der Stadt sorgen sich um ihre Gemeinde. Pauline Spies (56) berichtete, dass die Probleme des Unternehmens bereits das Geschäft ihres Reisebüros „Michigan Tours“ beeinträchtigten.
Auch Harry Leinmüller (67) hat einen Rückgang der Ausgaben im Teegeschäft seiner Frau, „Teecultur“, festgestellt; der Laden liegt so günstig, dass er die Arbeiter auf jener Straßenseite erreicht, die sie üblicherweise auf dem Heimweg vom Werk nutzen. Er befürchtet, dass sich Entlassungen noch stärker auswirken werden.
„Hier gibt es so viele junge Leute; einige haben Baugrundstücke auf dem Land gekauft. Viele werden ihre Häuser nicht mehr bezahlen können“, sagte er. „Die Chinesen sind schneller als wir und verfügen über mehr Know-how.“ (...)