Sachsen-Anhalt
Halle an der Saale: Antifaschistisches Nachbarschaftsfest in der Powerwoche
Halle an der Saale, letzten Freitag im zweiten Wohnkomplex von Heide-Nord:
Die ganze letzte Woche waren wir immer wieder unterwegs, klingelten an den Wohnungstüren und mit Unterstützung des Sommercamps waren es Hunderte Einsätze. Stände waren immer wieder in beiden Wohnkomplexen (WK) im schönen Heide-Nord, zwischen Saale und dem Stadtwald, unserer Dölauer Heide, aufgebaut.
Die MLPD in Halle hatte hier die Initiative in der Bewegung Widersetzen übernommen, um mit weiteren Freundinnen und Freunden eine umfangreiche antifaschistische Aufklärungsarbeit über die faschistische AfD unter der Bevölkerung zu leisten. Die Losung „Wer AfD wählt, wählt Faschismus!“ wurde Hunderte Male diskutiert und breit verankert. Das kam an.
Meist ätzender Gegenwind, in seinem Kern antikommunistisch, kam von faschistisch verhetzten Menschen, die jedoch die Atmosphäre des Zusammenlebens der Menschen hier weder vergiften noch bestimmen konnten. Sie sind aber nicht zu unterschätzen, weil ihr Auftreten immer öfter verbal aggressiv war. Nichts von dem, was sie zu sagen hatten, taugte dazu, die Probleme, die die Menschen hier haben, zu lösen.
Die mediale Aufwertung, die Behandlung der faschistischen AfD als angeblich ganz normale Partei, statt sie nach geltendem Recht und Gesetz zu verbieten, gibt den reaktionärsten Elementen Rückenwind und lässt sie immer frecher auftreten. Doch die Szenerie bestimmen, das gelingt ihnen nicht. Die meisten Menschen wollen einfach friedlich mit ihren Nachbarn, egal welcher Herkunft, genauso zusammenleben können, wie viele auch mit ihnen in den Betrieben kollegial zusammenarbeiten. Für Hetze und Hass auf Menschen aus anderen Ländern, ist da kein Platz. Warum auch?
Noch am Freitagvormittag waren wir wieder in den Häusern unterwegs und sprachen mit den Leuten. Immer besser gelingt es, dass Nachbarn aus unserem Wohngebiet, von Religion bis Revolution, von CDU über SPD, Linke und MLPD, sich gegen die AfD positionieren, miteinander reden und sich gemeinsam, trotz weltanschaulicher Differenzen, gegen die AfD aussprechen.
Das hat es so hier auch noch nie gegeben. Um 17 Uhr begannen sich die Plätze des 3. Nachbarschaftsfestes, an dem sich so viele Leute beteiligten, wie bei den beiden vorangegangenen Festen zusammen, zu füllen. Anfangs stand am Rande ein Grüppchen von drei AfD-Anhängern zusammen. Doch so wie sie gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden.
Unser Fest war ein voller Erfolg. Es war schön und herzlich, die verschiedenen Nationen und auch verschiedenen geschlechtlichen Identitäten, alle ohne Vorurteile, ohne Nationalismus und Völkerhass, an einem Tisch zu sehen. Nachbarn aus Indien hatten ein leckeres indisches Gericht gekocht und eine Gitarre zur musikalischen Untermalung mitgebracht. Die meisten Leute hatten Essen und Getränke mitgebracht, nicht nur für sich. Andere erwarben Speis und Trank gegen eine kleine Spende. Selbstorganisiert und selbstfinanziert, so feiert es sich gemeinsam am besten. Und schnell kam auch die Frage: Wann machen wir das wieder? Bald.
Am 6. September ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl. Der Kampf gegen die akute faschistische Gefahr geht weiter. Und immer mehr Menschen schließen sich ihm an. Komm auch Du dazu. Jede und jeder wird gebraucht. Dringender denn je.